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Adaptiert nach dem berühmten Roman von Oscar Wilde (1854-1900), ist Oliver Parkers „Das Bildnis des Dorian Gray“ eine moderne Verfilmung eines der bedeutendsten Werke des irischen Schriftstellers. Mit den zentralen Themen Hedonismus, Jugendwahn, Heuchelei und Eitelkeit versucht der Film, die Geschichte des Dandys Oscar Wilde so präzise wie möglich nachzuerzählen. Ein durchaus gelungener Film mit schlichtweg herausragenden Schauspielern!
Dorian Gray, ein attraktiver junger Mann, lässt sich von seinem Freund, einem Maler, porträtieren. Von Eitelkeit getrieben und besessen von seinem eigenen Bild, ist Gray fasziniert vom Ergebnis des Gemäldes – so sehr, dass er eine irrationale Eifersucht gegenüber seiner eigenen Darstellung empfindet.
Er trifft Lord Henry, der ihn in Hedonismus, Eitelkeit und Jugendwahn einführt. Schnell übernimmt Gray dessen Ansichten und wünscht sich, niemals zu altern: „Wenn das Bild sich verändern könnte, während ich so bleibe, wie ich bin!“.
Sein Wunsch wird erfüllt: Gray behält seine Schönheit und Jugend, während das Gemälde an seiner Stelle altert. Doch Gray begeht zahlreiche Verbrechen und Sünden, verursacht den Selbstmord seiner Verlobten, ermordet seinen Malerfreund und lebt in ständiger Angst, dass sein Geheimnis entdeckt wird. Das Bild verändert sich zunehmend und zeigt eine abscheuliche, eitle und monströse Gestalt mit zerfressener, blutiger Haut…
Nach Jahren voller Qualen wendet sich Dorian Gray gegen das Bildnis und sticht mit einem Messer in die Leinwand… Er stirbt als hässlicher alter Mann, während das Gemälde wieder sein ursprüngliches Aussehen annimmt…
Es ist eine Herausforderung, sich an ein literarisches Meisterwerk wie „Das Bildnis des Dorian Gray“ zu wagen! Bereits mehrfach verfilmt, hatte die Geschichte von Wilde mit der Zeit oft an Wirkung verloren, verwässert durch zu glatte, hollywoodartige Umsetzungen…
Doch Oliver Parker gelingt es unter den gegebenen Umständen gut: Sein Film spiegelt die zentralen Themen Wildes mit großer Genauigkeit wider und konzentriert sich auf die Dualität der menschlichen Seele, ihre Perversionen und Widersprüche. Der Mensch wird hier durch die ständige Suche nach Vergnügen, Schönheit und Jugendwahn korrumpiert, mit einer einzigen Obsession: seine wahre Natur vor anderen zu verbergen.
So wird Dorian Gray zu einem Monster ohne Hässlichkeit, dessen Spuren der Perversionen sorgfältig unter der Maske eines lebendigen Gemäldes verborgen sind. Gray versteckt sich nicht nur vor anderen, sondern auch vor sich selbst, flieht vor seiner eigenen Realität und seinen Taten – was letztlich zu seiner Selbstzerstörung führt.
Besonders hervorzuheben ist die überzeugende Darstellung von Colin Firth sowie die bemerkenswerte Verkörperung des Dorian Gray durch Ben Barnes.