Dieses bezeichnet ein altes Rechtssystem, das in Irland von der Vorgeschichte bis zum frühen 17. Jahrhundert galt. Es basierte auf Bräuchen und Traditionen statt auf schriftlich festgelegten Gesetzen eines zentralen Staates. Dieses Rechtssystem war bemerkenswert für seinen fortschrittlichen Umgang, insbesondere im Schutz von Frauen und Kindern.
Die Brehons, Juristen oder Richter, waren für die Auslegung und Anwendung dieser Gesetze zuständig. Das System setzte auf Schadensersatz statt auf körperliche Strafen. Das Brehon-Gesetz spiegelt eine komplexe und hochentwickelte Gesellschaft wider, die großen Wert auf Wiedergutmachung legte.
Zu beachten ist, dass die gälischen Gesetze dem Naturrecht folgten. Das Christentum kam ab dem 5. Jahrhundert hinzu, ohne das bestehende Rechtssystem zu ersetzen.
Die Polygamie des Königs wurde akzeptiert, basierend auf der Praxis der Patriarchen des Alten Testaments.
Eine hierarchische Gesellschaft
Die keltische Gesellschaft jener Zeit war streng geschichtet und umfasste königliche Familien, Adel, freie Männer und nicht freie Klassen (Arbeiter, Bauern, Sklaven). Der Rang basierte hauptsächlich auf Reichtum und Geburt, doch war ein Aufstieg möglich, vor allem durch Bildung.
Nicht freie Männer konnten durch qualifizierte Tätigkeiten, etwa als Wissenschaftler oder Musiker, frei werden.
Innerhalb der königlichen Familien war jedes Mitglied potenziell königsfähig.
Wenn eine Familienlinie vier Generationen lang den Thron innehatte, fürchteten andere Linien, aus dem Kreis ausgeschlossen zu werden, was zu Mordgedanken gegen den König führen konnte.
Der Königsmord, genannt „fingal“, war das schwerwiegendste Verbrechen im irischen Recht. Weder Entschädigung noch Rache waren vorgesehen, weshalb alles unternommen wurde, um ihn zu verhindern.
Praktisch bedeutete dies, dass der Nachfolger bereits vor dem Tod des Königs gewählt wurde. Dieser Erbe trug den Titel „tanaise rig“. Die „tuath“ bezeichnete den Stamm. Zwischen beiden gab es keine direkte Verbindung.
Die öffentlichen und privaten Angelegenheiten der „tuath“ wurden in einer regelmäßigen Versammlung, der „oenach“, unter Vorsitz des Königs geregelt. Seine einzige weitere Aufgabe war es, sein Volk in den Krieg zu führen. Er war kein Richter und konnte keine Gesetze erlassen, außer in Notfällen.
Politisch war der höchste Rang der „Taoiseach„, Anführer einer Gruppe aristokratischer Familien. Heute ist dies der Titel des Premierministers der Republik Irland. Bis zum 8. Jahrhundert n. Chr. gab es keinen einzigen König, die Einheit der Insel bestand nur kulturell. Daher hatten die „aes dana“, die Künstler (Dichter, Historiker und Genealogen), eine zentrale Rolle.
Die Kelten führen das Gälische ein
Über die von den Kelten eingeführten Regeln hinaus sind sie vor allem dafür bekannt, das irische Gälisch nach Irland gebracht zu haben.
Die gälische Sprache, auch „Irisch“ genannt, gehört zur Gruppe der keltischen Sprachen, einer Untergruppe der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist verwandt mit Walisisch, Bretonisch, Kornisch, Manx und Schottisch-Gälisch.
Der Ursprung der gälischen Sprache liegt in den keltischen Migrationen nach Irland. Die Kelten brachten ihre Sprache und Kultur mit und legten damit die Wurzeln für das spätere Irisch-Gälisch.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Sprache weiter und differenzierte sich in die heute bekannten gälischen Formen.
Keltische Musik
Die Einführung der keltischen Musik in Irland durch die Kelten war ein historischer Prozess, der sich über mehrere Jahrhunderte erstreckte. Die Kelten brachten ihre musikalischen Traditionen mit, die sich allmählich in die irische Kultur integrierten.
Diese Musik, hauptsächlich mündlich überliefert, zeichnete sich durch den Einsatz verschiedener Instrumente wie der keltischen Harfe, dem Bodhrán (irische Trommel) und der Flöte aus.
Die keltische Musik in Irland entwickelte sich im Laufe der Zeit weiter, vermischte sich mit anderen Einflüssen und wurde zu einem integralen Bestandteil der irischen kulturellen Identität.
Die mündliche Überlieferung
Die keltische mündliche Tradition in Irland ist ein grundlegender Bestandteil der keltischen Kultur und des Erbes. Diese Tradition umfasste die Weitergabe von Mythen, Legenden, Geschichten, Gedichten, Gesetzen und Musik von Generation zu Generation durch Wort und Gesang, statt durch Schrift.
In Irland waren die Barden und Filidh (Dichter und Weise) die Hüter dieser mündlichen Überlieferung. Sie trugen Epen, heroische Legenden und Gedichte vor, oft begleitet von Musik. Diese mündlichen Erzählungen waren ein lebenswichtiger Weg, um Geschichte, Werte und Wissen der keltischen Gesellschaft zu bewahren, besonders vor der Einführung der Schrift. Diese Tradition spielte eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung der gälischen Sprache und der keltischen Kultur über die Jahrhunderte hinweg.