Seit dem 27. März in Isolation bereiten sich die Iren aktiv auf die schrittweise Lockerung der Maßnahmen ab dem 18. Mai 2020 vor. Ein Datum, das umso sehnsüchtiger erwartet wird, da die Regierung ursprünglich eine Lockerung bereits zum 5. Mai geplant hatte, die jedoch verschoben wurde.

Ich weiß, dass viele von Ihnen wissen möchten, wann das Leben wieder normal wird und zur gewohnten Routine zurückkehrt. Wir arbeiten auf diesen Moment hin und planen sorgfältig, um ihn sicher zu erreichen. (Leo Varadkar – 10. April 2020)

Rückblick auf die Ereignisse…

Irland vom Coronavirus betroffen, aber geeint

  • Am 27. März kündigte Premierminister Leo Varadkar Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Epidemie an und bat seine Mitbürger, zu Hause zu bleiben. Einige Ausnahmen gelten für Personen unter 70 Jahren, um sich zu versorgen, kurz Sport zu treiben oder zur Arbeit zu gehen, sofern diese als systemrelevant gilt.
  • Am 10. April dankte eine weitere Ansprache dem irischen Volk und informierte über die Verlängerung der Ende März eingeführten Maßnahmen bis zum 5. Mai.
  • Am 1. Mai wurde eine Lockerung der Maßnahmen ab dem 5. Mai angekündigt:
    • Die erlaubte Distanz für sportliche Aktivitäten wird von 2 auf 5 Kilometer erhöht.
    • Die strikte Isolation oder das „Cocooning“ für ältere oder gefährdete Personen endet, sodass sie sich nun im Umkreis von 5 Kilometern um ihr Zuhause bewegen dürfen.

Einige Maßnahmen bleiben bestehen:

  • Die Schulen bleiben bis September geschlossen.
  • Alle öffentlichen und privaten Versammlungen außerhalb eines Haushalts bleiben verboten, unabhängig von der Anzahl der Personen.

Die Regierung setzte daraufhin den 18. Mai 2020 als Startdatum für den Beginn der Krisenbewältigung fest. Die Herausforderungen sind vielfältig, und die Iren müssen weiterhin vorsichtig bleiben.

Auf dem Weg zu einer schrittweisen und vorsichtigen Lockerung

Die irische Regierung trifft zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen, um eine zweite Welle zu vermeiden

Die Aufhebung der Beschränkungen in Irland wird äußerst schrittweise erfolgen. Der vom irischen Staat geplante Wiederanlauf der Wirtschaft ab dem 18. Mai ist in fünf Phasen von jeweils drei Wochen bis zum 10. August gegliedert (mit möglicher Rücknahme bei erneuter Ausbreitung des Virus). Die erste Phase der Lockerungen umfasst:

  • Die Wiedereröffnung bestimmter Geschäfte, darunter Baumärkte;
  • Die Wiederaufnahme von Arbeiten im Freien, wie Baustellen;
  • Die Wiederaufnahme von Sportaktivitäten und Treffen im Freien für Familien und kleine Gruppen.

Andere Unternehmen, Kindertagesstätten, Restaurants und Bars können später und schrittweise öffnen. Noch sind nicht alle Entscheidungen getroffen, und einige sind noch in Verhandlung (insbesondere die Wiedereröffnung der Irish Pubs, die für den 10. August geplant war und im Land für viel Diskussion sorgt).

Das Tragen von Masken wird jedoch dringend empfohlen.

Was den Tourismus betrifft, ist es derzeit noch unklar, wann das Land seine Grenzen für Reisende wieder öffnen wird.

Anhaltende Unterschiede zwischen Nord- und Südirland

Republik Irland und Nordirland: Zwei Gebiete mit unterschiedlichen Strategien

Der Lockerungsprozess könnte sich als kompliziert erweisen – Grund dafür sind die unterschiedlichen Präventionsmaßnahmen zwischen dem Süden und Norden der Insel.

In der Republik Irland wird die Testkapazität weiter ausgebaut, während Tests in Nordirland vor allem für hospitalisierte Patienten vorgesehen sind und die Quarantänezeit dort kürzer ist.

Auch der erlaubte Bewegungsradius unterscheidet sich: Nur die Bürger der Republik müssen sich auf einen Umkreis von 2 Kilometern um ihr Zuhause beschränken.

Beide Seiten der Grenze sind sich bewusst, dass sie ihre Strategien angleichen und sich auf gemeinsame Einschränkungen einigen müssen, um eine einheitliche Karte der Infektionsfälle und Ausbruchszentren (Clusters) zu erstellen und sich gemeinsam auf eine mögliche zweite Welle vorzubereiten.

In diesem Sinne wurde im April eine vielversprechende Grundvereinbarung unterzeichnet.