Irland erwägt Lockdown bis Mai 2021
Aktuelles aus Irland

Irland erwägt Lockdown bis Mai 2021

von Gwen LE COINTRE
Coronavirus - © ktsimage

Die irische Bevölkerung verhält sich weniger vernünftig als während des Lockdowns im März 2020...

Noch ist nichts offiziell, aber das NPHET (Nationales Public-Health-Notfallteam) schätzt, dass der derzeit in Irland geltende Lockdown bis Mai nächsten Jahres andauern könnte – es sei denn, die Infektionszahlen sinken deutlich vorher. Dr. Mary Favier, Vertreterin des irischen Allgemeinärzteverbands, erklärte, dass das Land „nicht genug tut und es immer noch zu viel Bewegung gibt.“ Eine inakzeptable Situation, zumal Irland inzwischen die höchste Infektionsrate Europas und der Welt verzeichnet!

Regierung macht Teile der Bevölkerung für Nachlässigkeit verantwortlich

NPHET erwägt viermonatigen Komplett-Lockdown bei weiterem Ausbruch

Es war eine Erfolgsgeschichte… die sich nun zum Albtraum entwickelt. Während Irland zunächst als Vorbild im Umgang mit der Covid-19-Krise galt, ist das Land nun das mit der weltweit höchsten Infektionsrate. Diese Entwicklung schlich sich heimlich während der Weihnachts- und Silvesterfeiertage ein. Innerhalb von weniger als 15 Tagen wandelte sich Irland vom Musterschüler zum Sorgenkind. Die Lage ist jetzt komplex.

Laut Dr. Favier ist der Straßenverkehr in Irland heute höher als im März 2020. Viel zu viele Iren hätten auf das Homeoffice verzichtet. Das Leben sei weiterhin sehr aktiv, obwohl die Regierung klar dazu aufgerufen hat, das Tempo zu drosseln, möglichst zu Hause zu bleiben, nicht notwendige Fahrten zu vermeiden und die Kinder zu Hause zu behalten.

Für die Wissenschaftler der irischen Regierung steht fest: Diese dritte Welle könnte die längste und schwierigste sein, um sie einzudämmen. Ohne die volle Mitarbeit der Bevölkerung wird es unmöglich sein, sie zu überwinden.

Die Botschaft ist klar: Die Iren sind aufgerufen, vernünftig zu sein – andernfalls könnte der Lockdown bis zu vier Monate dauern! Eine für die Bevölkerung kaum vorstellbare Situation.

Unterdessen stehen die Krankenhäuser unter Druck und managt die Krise sowie den Impfplan bestmöglich. Es ist vorgesehen, dass die große Mehrheit der Iren innerhalb von neun Monaten geimpft sein wird. Dieses Programm soll eine nationale Herdenimmunität ermöglichen – und so ein Leben wie früher wieder möglich machen!

Wie auch immer, die Wissenschaftler hoffen auf eine Entspannung der Lage bis Ende Frühling 2021. Ein Hoffnungsschimmer, der vielleicht das Reisen innerhalb des Landes wieder erlauben könnte – vorausgesetzt, man besitzt einen Impfpass (nichts Offizielles, aber die europäischen Staaten scheinen sich auf dieses System zuzubewegen). Drücken wir die Daumen!