Alan Stivell
Kultur

Alan Stivell

Irische Musiker
Alan Stivell - Stéphane Gallay - cc

Alan Stivell ist für keltische Musik, was das Kleeblatt für Irland ist. Weltweit bekannt, ist dieser talentierte französische Singer-Songwriter ein Musiker, der es geschafft hat, die keltische Musik und Kultur auf der ganzen Welt zu popularisieren. Irland stand dabei stets im Mittelpunkt seines Schaffens: Er trug dazu bei, das Bewusstsein für traditionelle irische Musik zu stärken und ihr dadurch neuen Schwung zu verleihen. Vorstellung dieses außergewöhnlichen Künstlers, der es verstand, sowohl Berufungen als auch Erneuerung in einem einst verschlossenen Umfeld zu wecken…

Biografie von Alan Stivell

Ein Mann, der die keltische Musik in Europa neu belebt

Alan Cochevelou (den Namen Stivell nahm er später an) verbrachte seine Kindheit in Paris, wo er die Welt des Klaviers entdeckte. Schon früh Musiker im Herzen, entdeckte er ein Instrument, das sein Leben für immer verändern sollte: die keltische Harfe. Er entschied sich, Unterricht zu nehmen, um Harfenspieler zu werden, und wuchs in einer Familie auf, in der keltische Musik eine große Rolle spielte.

In seiner Jugend entwickelte Alan eine Leidenschaft für alle Aspekte der keltischen Musik. Er nahm Unterricht, um Bretonisch, Gälisch, keltische Mythologie sowie die Kulturen Irlands, Galliens und Schottlands zu erlernen…

Schon bald gab Alan Harfenkonzerte sowohl in der Bretagne als auch in Paris und sensibilisierte ein Publikum aus Bretonen, Parisern, Schotten und Iren für die keltische Harfe, ein damals mittelalterliches und fast vergessenes Instrument… Er verglich sich selbst mit einem Barden, der einen neuen Musikstil mit keltischer Inspiration vorstellte…

1957 überstieg sein Ruhm erstmals seine Heimat, als man ihm anbot, den Voract für Line Renaud im Olympia zu spielen. Das Konzert war ein Erfolg und bestärkte ihn, weiterzumachen. 1959 nahm er seine erste 45er-Single mit dem Titel „Musique Gaélique“ auf, gefolgt von einem 33er-Album 1963 namens „Telenn geltiek – Harfe celtique“. Beide Aufnahmen erhielten viel Lob und Kritik, und 1967 unterschrieb Alan Stivell einen Exklusivvertrag bei Universal. Er nahm den Namen Alan Stivell an, wobei „Stivell“ im Gälischen „sprudelnde Quelle“ bedeutet.

1970 veröffentlichte er ein Album von ganz anderer Dimension: „Reflet“. Es wurde ein überwältigender Erfolg: Ganz Frankreich entwickelte eine enorme Begeisterung für sein Werk, ebenso der Rest Europas und die USA. Der Tourismus in der Bretagne erlebte einen Aufschwung, viele strömten, um den berühmten Brocéliande-Wald zu besuchen, den er in seinem ersten Werk besang. Es folgten zahlreiche Konzerte und Recitals, bei denen Stivell Harfe, Klavier oder Bombarde spielte. Schnell veröffentlichte er weitere Studioalben, die ihm neue internationale Tourneen einbrachten. Besonders erwähnenswert ist sein großartiges Konzert 1975 in Dublin, der irischen Hauptstadt, die bereits vom keltischen Revival begeistert war.

Jahr für Jahr gewann Stivell immer mehr Anhänger, und neue Künstler entwickelten sich rund um seine Musik. Viele wollten dazu beitragen, das einst vergessene keltische Erbe, das Stivell wieder zum Leben erweckt hatte, zu entstauben.

1995 brachte Stivell mit dem berühmten Album „Brian Boru“ erneut die traditionelle irische Musik hervor, ein Album mit irischer Inspiration, das auf Brian Boru verweist, einen obersten König, der über das Königreich Irland herrschte. Stivell nutzte die Gelegenheit, typisch irische Instrumente einzubinden und auf die irische Geschichte anzuspielen…

Zwischenzeitlich veröffentlichte Stivell zahlreiche weitere Alben, die alle von seiner keltischen Note geprägt sind. Manchmal wurde ihm vorgeworfen, seine Musik zu sehr zu konzeptualisieren und alte Musikstile extrem zu modernisieren. Dennoch ist Alan Stivell bis heute eine der bedeutendsten Figuren der keltisch-irischen Musik. Und offensichtlich hat er noch lange nicht aufgehört, uns zu überraschen…

Seine Diskografie

  • 1970: Reflets
  • 1972: Renaissance de la Harpe Celtique
  • 1972: A l’Olympia (Konzert)
  • 1973: Chemins de Terre
  • 1974: E Langonned
  • 1975: E Dulenn (Konzert in Dublin)
  • 1976: Trema’n Inis – Vers l’Île
  • 1977: Before landing / Raok Dilestra – Avant d’Accoster
  • 1978: Un dewezh ‚barzh ‚gêr – Ein Tag zu Hause
  • 1979: International tour – Tro ar Bed (Konzert)
  • 1980: Symphonie Celtique – Tir na nOg
  • 1981: Terre des vivants – Bed an dud vew
  • 1983: Légend(e) – Mojenn
  • 1985: Harpes du nouvel âge
  • 1991: The mist of Avalon
  • 1993: Again
  • 1994: Telenn Geltiek (Keltische Harfe)
  • 1995: Brian Boru
  • 1998: 1 Douar
  • 1999: Bretagnes à Bercy
  • 2000: Back to Breizh
  • 2002: Au-delà des mots – En tu-hont d’ar c’homzoù – Beyond words
  • 2003: Nuit Celtique II au Stade de France (Konzert)
  • 2006: Explore