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Im April 1941 erlebte Belfast den ersten von vier Luftangriffen der deutschen Luftwaffe. Ein Angriff, der die Stadt völlig unvorbereitet und ohne Verteidigung traf. Die Luftangriffe forderten über 1000 Todesopfer und zerstörten zahlreiche Gebäude der Stadt.
Ein überraschender Angriff, der in Nordirland als tief traumatisches Ereignis empfunden wurde und sich zwischen April und Mai 1941 abspielte. Dieses Kapitel ist heute als „Blitz von Belfast“ bekannt.

Belfast vor dem Blitz
Belfast, 1941. Der Zweite Weltkrieg tobt.
Nordirland, obwohl Teil des Vereinigten Königreichs, erklärte sich im Konflikt für neutral (ähnlich wie die Republik Irland im Süden), während England tief in den Krieg involviert war.
Zu dieser Zeit erlitt das Vereinigte Königreich heftige Bombardements. Die Luftwaffe, die deutsche Luftflotte, intensivierte Angriffe, um Großbritannien zu destabilisieren, indem sie Städte und strategische Industrieanlagen ins Visier nahm.
Zu den Zielstädten gehörten London, Birmingham, Portsmouth und Swansea; Belfast diente zudem regelmäßig als Landeplatz für deutsche Flugzeuge. (Einige englische Garnisonen waren in der Nähe von Belfast stationiert, blieben jedoch passiv).
Dennoch war Belfast ein strategisch wichtiger Ort im Krieg. Die Stadt leistete einen enormen Beitrag zum Kriegseinsatz der Alliierten durch ihre riesigen Werften sowie die Produktion von Munition und Militärflugzeugen.
Für die Nazis war Belfast eindeutig ein Ziel zur Zerstörung. Ein massiver Bombenangriff sollte das Einsatzgebiet des Vereinigten Königreichs stark einschränken.
Die Entscheidung fiel, die Stadt anzugreifen…

Luftwaffen-Flugzeuge im Bombenangriff
Der erste Angriff auf Belfast fand in der Nacht des 7. April 1941 statt. Einige Wochen zuvor hatte John MacDermott, Sicherheitsminister, versucht, Premierminister John Andrews zu warnen, dass Belfast für einen möglichen Angriff verwundbar sei – eine Warnung, die leider ignoriert wurde.
Der erste gezielte Angriff richtete sich auf die Hafenanlagen der Stadt und traf anschließend angrenzende Wohnviertel. Sechs Heinkel He 111 Bomber des Kampfgruppe 26 flogen in 7.000 Fuß Höhe und warfen Brandbomben, Sprengstoffe und Fallschirmminen ab.
Der größte Verlust war eine 1,8 Hektar große Fabrik, die für die Herstellung der Rümpfe der Short Stirling Bomber genutzt wurde.
Nach dem Angriff kehrten die Luftwaffenbesatzungen zu ihrer Basis im Norden Frankreichs zurück und meldeten, dass die Verteidigung Belfasts „von minderer Qualität, selten und unzureichend“ sei.
Insgesamt verursachte dieser Angriff relativ geringe Schäden, zeigte den Deutschen jedoch die Verwundbarkeit Belfasts auf.

Der Blitz von Belfast
Die Deutschen setzten ihre Offensive am Dienstag, den 15. April 1941, fort. Rund 150 deutsche Bomber überflogen die Stadt. Die Sirenen heulten und lösten Panik unter der Bevölkerung aus.
Zunächst griffen die Deutschen die Werften von Belfast an. Drei im Bau befindliche Schiffe bei Harland and Wolff wurden getroffen, ebenso ein Kraftwerk.
Welle um Welle attackierten die Flugzeuge gezielt die strategischen Stützpunkte Belfasts: Werften, das Rathaus, das Ulster-Krankenhaus, der Bahnhof York Road… Über 55.000 Häuser wurden durch Bomben beschädigt.
Die stark bombardierten Straßen im Stadtzentrum waren unter anderem High Street, Ann Street, Callender Street, Chichester Street, Castle Street, Tomb Street, Bridge Street, Rosemary Street, Waring Street, North Street, Victoria Street, Donegall Street, York Street, Gloucester Street und East Bridge Street.
Die Stadt stand in Flammen. Die örtlichen Feuerwehrleute hatten nicht genug Wasser, um die Infrastruktur vor den Flammen zu retten.
Das Hauptproblem war: Obwohl es der zweite Angriff war, blieb Belfast unverteidigt und konnte sich nicht gegen die Angriffe wehren. Es gab keinen Widerstand.
Die Bomben fielen bis 5 Uhr morgens.
Am Ende des Angriffs waren die Schäden enorm: Über 900 Tote und eine Stadt in Flammen und Blut. Es war einer der tödlichsten nächtlichen Angriffe im Zweiten Weltkrieg.
Der dritte Angriff erfolgte im Folgemonat in der Nacht vom 4. auf den 5. Mai 1941. Brandbomben zerstörten die letzten Infrastrukturen der Stadt und forderten über 150 Todesopfer.
Der letzte Angriff des Blitz von Belfast fand in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai 1941 statt, unmittelbar nach dem dritten Angriff. Die Nazis bombardierten wahllos. Für Belfast war es der Genickschlag: Über 52 % der Stadt waren seit den ersten Angriffen zerstört.

Die Stadt ist nach dem Blitz von Belfast zerstört
Obwohl der Blitz von Belfast viele Tote und Verletzte forderte, zeigte die Bevölkerung eine enorme Widerstandskraft und begann kurz nach Kriegsende mit dem Wiederaufbau ihrer Stadt. Trotz dieser Bemühungen blieb die wirtschaftliche und soziale Lage nach der deutschen Invasion sehr verletzlich.
Die lokalen Behörden verpflichteten sich, große Teile der betroffenen Viertel schnell wieder aufzubauen. Projekte wie Stadtplanung, Straßenreinigung und die Wiederherstellung von Fabriken, die Papier, synthetischen Kautschuk und andere Industrieprodukte herstellten, ermöglichten die Wiederinbetriebnahme wichtiger Bereiche zur Ankurbelung der wirtschaftlichen Erholung.
Der Blitz von Belfast beeinflusste nicht nur die heutige Infrastruktur der Stadt, sondern hinterließ auch einen bleibenden Eindruck im kollektiven Gedächtnis der Einwohner. Er gilt als ein bedeutendes Datum, an dem sich die Bewohner trotz der Verwundungen durch die Luftangriffe vereinten, um ihre Stadt wieder aufzubauen.
Belfast erlebte ein ähnliches Schicksal wie einige britische Städte, etwa London, das ebenfalls eine massive Bombenkampagne der Luftwaffe während des Krieges erfuhr. Interessanterweise gelang es Belfast trotz fehlender militärischer Verteidigung in dieser turbulenten Zeit, den deutschen Angriffen standzuhalten, indem die Bevölkerung auf individuelle Anstrengungen setzte, um zum gemeinsamen Ziel beizutragen.