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Calvary ist ein irischer Film aus dem Jahr 2014, inszeniert von John Michael McDonagh. Mutig versucht der Film, das Bild eines Irlands in tiefer Ernüchterung zu zeichnen, nach dem katholischen Skandal von 2009, der hunderte von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen enthüllte… Ein heikles Thema, meisterhaft umgesetzt dank eines beeindruckenden Brendan Gleeson!
Alles beginnt in einem kleinen Dorf am Fuße des Ben Bulben im County Sligo.
Im Beichtstuhl hört Pater James Lavelle (gespielt von Brendan Gleeson) aufmerksam einem Gläubigen zu, der sich beichten möchte. Doch das Geständnis nimmt eine unerwartete Wendung: Der Unbekannte erklärt ihm voller Hass, dass er fünf Jahre lang sexuellen Missbrauch durch Mitglieder der irisch-katholischen Kirche erlitten hat. Eine schockierende Offenbarung, die den Priester sprachlos zurücklässt, unfähig, darauf zu reagieren…
– Jemand muss bezahlen… Ein unschuldiger Priester, um mehr Gewicht zu geben… fügt der Gläubige hinzu. Ich gebe Ihnen sieben Tage. Treffen Sie mich am Sonntag am Strand, dort werde ich Sie töten…
Der völlig verunsicherte Priester stimmt schließlich dem Treffen zu… Es beginnt eine lange Woche, in der er alles versucht, um das Leben in seinem Dorf zu verbessern…
Calvary ist ein mutiger und respektloser Film, der ohne Umschweife eine unbequeme Wahrheit offenbart… Das Thema ist hart, wird aber mit Zynismus und Realismus behandelt, getragen von einem makellosen Brendan Gleeson. Dieser sympathische und untadelige Priester scheint seinen Glauben an Gott bewahrt zu haben, bleibt dabei aber pragmatisch.
Er ist sich der Schwierigkeiten dieser Welt bewusst und versucht auf seine Weise, jeden Dorfbewohner zu begleiten und ihnen Schlüssel an die Hand zu geben, um ihr Leben zu verbessern… Er unternimmt große Anstrengungen, sie zu führen und aus dem Zynismus und der Ernüchterung zu befreien, in denen sie gefangen sind. Doch die Aufgabe ist schwer: Seine Gläubigen sind keine großen Vorbilder der Tugend…
Der Film konzentriert sich auf die sieben Tage, die der Priester vor dem makabren Treffen am Sonntag verbringt… Dabei zeichnet er das Bild eines Irlands, das tief durch die Missstände der Kirche verletzt ist. Die Bewohner erleben eine echte „Glaubenskrise“, geprägt von Gleichgültigkeit und Enttäuschung.
Ein Thema, das hervorragend behandelt wird, auch wenn es manchmal besonders schwer wiegt, obwohl der Humor versucht, die angespannte Atmosphäre so gut wie möglich zu entschärfen. Ein Film, den man unbedingt sehen sollte!