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Der Curragh ist das irische Boot schlechthin. Dieses vermutlich neolithische Holzboot ist das einzige, das in Westeuropa noch im maritimen Umfeld verwendet wird. Der Curragh ist das archaischste seiner Art. Es wird angenommen, dass er als Transportmittel für die verschiedenen keltischen Migrationen vom ersten bis zum zweiten Jahrtausend v. Chr. diente. Es gibt nur wenige Darstellungen dieses Bootstyps, die bekanntesten finden sich auf dem Bantry-Stein oder auf einer Gravur aus dem 17. Jahrhundert, auf der Kapitän Philipps zu sehen ist.
Diese Art von Boot aus Tierhaut tauchte unabhängig voneinander an verschiedenen Orten der Welt auf. Zur gleichen Zeit gab es bei den Normannen die „Cyules“. Die Griechen und Römer kannten die „Carabas“. Letztere entdeckten während Caesars Feldzug auf der britischen Insel den Curragh und setzten ihn später in Spanien ein.
Der Legende nach soll der irische Heilige Brendan, ein großer Seefahrer, mit seinen Gefährten auf einem Curragh die Meere und Ozeane überquert haben.
Dieses leichte Boot hat keinen Kiel. Die ursprünglich verwendete Tierhaut wird zunehmend durch mit Teer getränkten Segeltuch ersetzt, doch die innere Holzstruktur bleibt unverändert. Der Curragh wird hauptsächlich für die Küstenfischerei und den Transport zwischen den Inseln im Westen Irlands genutzt.
Es gibt hauptsächlich zwei Arten von Curraghs:
Die Zuverlässigkeit dieser Korakel bei stürmischer See wurde durch die Reisen von Tim Severin und seinen Begleitern in den Jahren 1976 und 1977 eindrucksvoll bewiesen.
Angetrieben durch Ruder oder Segel, kann ein Curragh heute auch mit einem Motor ausgestattet sein. Der Bau beginnt mit der Herstellung des oberen Rahmens. Zwei Längshölzer werden durch eine Reihe von Querverstrebungen verbunden und bilden die Bordwand des Bootes. Nachdem der Rahmen zusammengesetzt ist, werden quer gebogene Latten in die Bordwand eingepasst.
Abschließend werden längs verlaufende Latten in regelmäßigen Abständen außen am Rahmen angebracht. Sobald das Gerüst fertig ist, wird es mit einer mit Teer getränkten Plane oder 8 bis 12 Millimeter dicken, zusammengenähten Tierhäuten überzogen, die mit mit Pech bestrichenem Leinenfaden vernäht sind, um das Boot wasserdicht zu machen. Ein Vorteil der Plane ist neben den geringeren Kosten die einfache Reparatur durch das Aufnähen neuer Stücke, ähnlich wie bei einem Flicken.
Bei schlechtem Wetter konnte die Hautbespannung umgeschlagen und verschlossen werden, wodurch das Boot wasserdicht und relativ „unsinkbar“ wurde.