Five Minutes of Heaven
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Five Minutes of Heaven

Five Minutes of Heaven ist ein britischer Film unter der Regie von Oliver Hirschbiegel mit Liam Neeson und James Nesbitt in den Hauptrollen. Dieser eindrucksvolle Film erzählt die unwahrscheinliche Begegnung zweier Männer – der eine ein Loyalist, der andere ein Republikaner –, wobei der erste kaltblütig den Bruder des zweiten vor dessen Augen ermordet haben soll… 33 Jahre nach dem Drama stimmen die beiden Männer einem Treffen im Rahmen einer Fernsehsendung zu, um die Versöhnung in Nordirland zu symbolisieren…

Filminhalt

Wenn das Opfer auf seinen Peiniger trifft…

Eine Szene aus Five Minutes of Heaven

Eine Szene aus Five Minutes of Heaven

Die Geschichte beginnt im Nordirland der 1970er Jahre, zu einer Zeit, als der Nordirlandkonflikt immer schlimmer wird… Der 17-jährige Little Alistair gehört zur UVF und erhält den Auftrag, einen Katholiken, den ältesten Sohn der Familie Griffin, kaltblütig zu ermorden. Um sein Ziel zu erreichen, begibt er sich maskiert in das Viertel der Griffins, richtet seine Waffe auf das Opfer und erschießt den jungen Mann vor den traumatisierten Augen von Joe Griffin, dem jüngeren Bruder, der draußen Fußball gegen eine Hauswand spielt… Alistair starrt den erstarrten Eindringling lange an, bevor er den Ort verlässt…

33 Jahre später stimmen Joe Griffin und Little Alistair einem Treffen vor laufenden Kameras zu, um die Versöhnung in einem Nordirland zu symbolisieren, das sich gerade erst in einem noch fragilen Friedensprozess befindet… Little Alistair hat offenbar 12 Jahre Haft für seine Tat verbüßt, während Joe Griffin ein gebrochener Mann ist, der von der Tragödie, die er als Kind erlebt hat, verfolgt wird.

Beide bangen ihrer Begegnung entgegen: Was wird daraus entstehen? Soll Joe Griffin den Mörder seines Bruders töten? Oder ihn vergeben?

Unsere Meinung

Eine Begegnung, die die Komplexität des Nordirlandkonflikts und den Wunsch nach Versöhnung zeigt

Obwohl der Film bei seiner Veröffentlichung eher unbeachtet blieb, ist Five Minutes of Heaven ein mutiges Werk. Was könnte ambitionierter sein, als das Thema der Begegnung zweier Männer – eines Opfers und eines Täters – zu behandeln, um die komplexe Situation in Nordirland zu veranschaulichen?

Oliver Hirschbiegel scheint daran zu glauben, dass eine Konfrontation zwischen Republikanern und Loyalisten Nordirland helfen könnte, seine Vergangenheit zu bewältigen, Rachegefühle zu überwinden und Platz für Vergebung im Rahmen des aktuellen Friedensprozesses zu schaffen.

Diese Botschaft wird durch die herausragenden Leistungen der Schauspieler eindrucksvoll vermittelt: Liam Neeson und James Nesbitt spielen berührend und realistisch zwei gebrochene Charaktere, die von ihrer Vergangenheit nicht loskommen.

Joe Griffin wirkt manchmal fast schizophren, so sehr hat ihn der Mord an seinem Bruder erschüttert. Zwischen Hysterie und Angst hin- und hergerissen, fürchtet er die Begegnung mit dem Mörder seines Bruders und ist innerlich zerrissen zwischen dem Wunsch, den Dialog wieder aufzunehmen, und dem unwiderstehlichen Verlangen nach Rache. Little Alistair hingegen wird ebenfalls von seiner Tat verfolgt. Er hat offenbar 12 Jahre Haft verbüßt und setzt sich seitdem dafür ein, andere vor Gewalt zu bewahren. Liam Neeson verkörpert einen reumütigen Mörder, der von seiner Tat gequält wird und alles daran setzt, seine Schuld wiedergutzumachen. Deshalb sucht er unbedingt das Gespräch mit Joe Griffin, um ihm zu ermöglichen, die Tragödie hinter sich zu lassen.

Das Treffen ist letztlich bewegend und von großer emotionaler Intensität: Das Opfer brennt auf Rache, während der Täter um Vergebung bittet. Aus ihrem Aufeinandertreffen entsteht wenig Dialog, doch es erlaubt beiden, ein schmerzhaftes Kapitel ihres Lebens abzuschließen.

Einziger Kritikpunkt: Die deutsche Synchronfassung ist leider sehr schlecht gelungen und zerstört die Authentizität der Figuren – besonders die Stimme von Joe Griffin wirkt schrill und hysterisch und passt überhaupt nicht zum Charakter. Wir empfehlen daher, den Film im Original mit Untertiteln zu sehen, um ihn voll zu genießen.