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Gerry Conlon (1954–2014) war ein Nordire, der Opfer des schweren Justizirrtums der „Guildford Four“ wurde. Fälschlicherweise von einem britischen Gericht verurteilt, wurde ihm vorgeworfen, 1975 im Auftrag der IRA einen Anschlag verübt zu haben. Er wurde erst nach 15 Jahren Haft freigelassen.

Gerry Conlon beim Verlassen seines Prozesses
Gerry Conlon war ein unauffälliger Nordire, der eine eher ruhige Kindheit in Belfast verbrachte, abgesehen von einigen kleinen Diebstählen ohne Folgen. Am 30. November 1974 wurde er jedoch von der IRA überrascht, als er auf Dächern Blei stahl – eine Handlung, die das Versteck der paramilitärischen Gruppe gefährdete. Als Vergeltung drohte die IRA ihm und verbannte ihn aus Nordirland. Daraufhin ging er ins englische Guildford, wo er bei einer Tante und in einem nahegelegenen besetzten Haus unterkam.
Doch schon bald wurde Gerry Conlon von der britischen Polizei festgenommen und des Anschlags beschuldigt, der wenige Tage zuvor in Guildford verübt worden war und bei dem 5 Menschen starben und 50 verletzt wurden. Nach drei Tagen Verhör und Folter wurde er gezwungen, eine falsche Aussage zu unterschreiben, in der er sich als Haupttäter des Anschlags bezeichnete. In seiner Erklärung belastete Conlon zudem sieben Familienmitglieder, die in England lebten (die Familie Maguire), sowie drei Freunde: Paul Hill, Paddy Armstrong und Carole Richardson. Alle wurden verhaftet, ebenso Giuseppe Conlon, Gerrys Vater, der gerade nach England gereist war, um seinen Sohn zu besuchen.
Sie wurden zu lebenslanger Haft verurteilt, und Gerry Conlon teilte sich eine Zelle mit seinem Vater.
Leider starb Giuseppe Conlon nach sieben Jahren Haft. Sein Tod löste bei Gerry große Wut aus, und er wandte sich an die Medien, um seine Unschuld zu beteuern.
1989 fand seine Anwältin schließlich einen unwiderlegbaren Beweis, der alle Angeklagten entlastete. Die Anklagen wurden fallengelassen, und alle wurden nach 15 Jahren Haft freigelassen. Dies war der größte Justizirrtum, der je in Großbritannien bekannt wurde. Erst 2005 entschuldigte sich die Regierung unter Tony Blair offiziell.
Gerry Conlon veröffentlichte später eine Autobiografie, die anschließend verfilmt wurde („Im Namen des Vaters“).
Nach vielen Jahren in der Öffentlichkeit verstarb er am 21. Juni 2014.