Ian Paisley
Kultur

Ian Paisley

Irische Politiker
Ian Paisley - <a href="http://www.flickr.com/people/26320652@N02">Scottish Government</a> - <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">cc</a>

Ian Paisley (1926 – 2014) war ein britischer Geistlicher und Politiker, der sich intensiv für die Belange Nordirlands einsetzte. Dieser Reverend engagierte sich und wirkt weiterhin für die protestantische Sache im nordirischen Konflikt. Ein Rückblick auf seine Rolle in Nordirland.

Biografie von Ian Paisley

Ein Aktivist der loyalistischen protestantischen Sache

Ian Paisley gründete bereits 1950 die Free Presbyterian Church, eine protestantische Kirche, die das Ziel hatte, der katholischen Präsenz in Nordirland entgegenzuwirken. Schnell gründete er seine eigene Zeitung, den „Protestant Telegraph“, in dem er täglich Artikel und religiöse Texte veröffentlichte.

Er wandte sich erst Ende der 1970er Jahre der Politik zu, als er die Democratic Unionist Party (DUP) gründete, die rasch zu einer der wichtigsten politischen Organisationen in Nordirland wurde. Ian Paisley wurde schnell ein führender Kopf der DUP und vertrat seine tiefgreifende Ablehnung gegenüber Katholiken sowie dem Karfreitagsabkommen. Einige seiner Forderungen waren besonders radikal, und er äußerte zahlreiche aggressive Drohungen: „Ich werde jeden töten, der sich mir in den Weg stellt.“ oder auch „Ich ziehe es vor, Brite zu sein, als gerecht zu sein.

Viele Iren gaben ihm daher den Spitznamen „Doctor No“, wegen seiner konsequenten Weigerung, mit Katholiken und deren politischen Vertretern zu verhandeln.

Ab 1979 wurde er ins Europäische Parlament gewählt, dem er bis 1999 angehörte. Im Mai 2005 kandidierte er bei den britischen Wahlen und gewann mit 54,8 % der Stimmen.

Das Jahr 2006 markierte eine Wende: Die DUP und Sinn Féin gewannen die Wahlen zur Nordirischen Versammlung, und Ian Paisley sowie Gerry Adams wurden von den Briten gedrängt, gemeinsam einen Kompromiss zu finden. Beide begannen Verhandlungen zur Bildung einer Regierung, die sowohl Katholiken als auch Protestanten vereinen und die lokalen Gemeinschaften im Norden verwalten sollte. Dieses Abkommen wurde am 26. März 2007 bestätigt, und Ian Paisley wurde sofort zum Ersten Minister Nordirlands ernannt, während Martin McGuinness von Sinn Féin zum stellvertretenden Ministerpräsidenten ernannt wurde.

Ian Paisley bekleidete dieses Amt bis zum 4. März 2008, als er sowohl als Erster Minister als auch als DUP-Führer zurücktrat.

Er verstarb im September 2014 im Alter von 88 Jahren.