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Matt Talbot (1856-1925) ist ein Ire, der weltweit für seinen Kampf gegen den Alkoholismus bekannt ist… Obwohl sein Leben nur teilweise bekannt ist, bleibt Matt Talbot eine der geheimnisvollsten Persönlichkeiten… Von Katholiken verehrt, weil er sich vom Alkohol befreit hat, gilt Matt Talbot vielen Christen als Schutzheiliger der Alkoholkranken, aufgrund seiner Frömmigkeit und seiner strengen Selbstkasteiung…
Matt Talbot wurde in eine arme Familie in Dublin geboren. Als Zweiter von zwölf Kindern war Matt oft auf sich allein gestellt und lernte schon früh die Qualen des Alkoholismus kennen, beeinflusst von seinem Vater und seinem Bruder, die ebenfalls stark tranken… Matt Talbot verließ die Schule im Alter von 12 Jahren und fand eine Arbeit in einem Bierladen, was seinen Alkoholismus kaum besserte… Schnell gelangweilt von diesem Job, wechselte er in ein Whiskey-Geschäft… Dort begann der Abstieg: Matt trank bei der Arbeit, gab sein ganzes Geld in Pubs aus, lieh sich Geld von Bekannten und häufte Schulden an… Er ging sogar so weit, eine Geige zu stehlen, um sie zu verkaufen und das Geld für Alkohol auszugeben…
Im Jahr 1884 scheint Matt am Tiefpunkt zu sein. Nach und nach erkennt er seinen wiederkehrenden Alkoholismus und beschließt, „das Gelübde“ abzulegen, mit dem Trinken aufzuhören… Dazu begibt er sich zum College von Sainte Croix in Clonliffe und schwört, drei Monate lang keinen Alkohol zu trinken… Diese Zeit vergeht langsam, und Matt hat Schwierigkeiten mit dem Entzug, schafft es aber ohne Rückfälle… Am Ende der drei Monate verlängert er sein Gelübde auf sechs Monate und schließlich auf Lebenszeit… Für ihn ist der Alkoholismus damit vorbei: Nie wieder wird man ihn mit einem Pint in der Hand sehen.
Anfangs religiös unempfänglich, entdeckt Talbot nach seinem Entzug den Katholizismus neu… Von da an führt Talbot ein Leben voller Frömmigkeit und Großzügigkeit… Bereits 1890 wird er Mitglied des Franziskanerordens und bezieht 1915 eine kleine Wohnung in Dublin, wo er ein asketisches Leben führt, wenig isst, auf Holzplanken schläft, bei jeder Gelegenheit betet (sogar bei der Arbeit) und so oft wie möglich Messen besucht…
Talbot stirbt am 7. Juni 1925 auf dem Weg zur Messe… Er bricht zusammen, getroffen von einer chronischen Herzinsuffizienz… Sein Körper wird schnell ins Krankenhaus gebracht und ausgezogen. Dort entdeckt man mit Erstaunen eine gequälte Gestalt: Eine Kette ist um seine Taille gewickelt, weitere Ketten und Seile um seine Arme und Beine. Talbot hatte sich zu Lebzeiten unzählige körperliche Strafen auferlegt, ganz im Einklang mit seinem religiösen Gelübde.
Die religiöse Gemeinschaft macht bald großes Aufsehen über diese Entdeckung… Matt Talbot, der einst ein unbekannter Arbeiter war, wird nach seinem Tod berühmt… Er wird auf dem Glasnevin-Friedhof beigesetzt, wo viele Menschen ihm die letzte Ehre erweisen…
Seitdem ist Talbot eine symbolträchtige Figur im Kampf gegen den Alkoholismus unter Katholiken weltweit. Zahlreiche Krankenhäuser und Entzugseinrichtungen wurden zu seinen Ehren benannt, ebenso eine Brücke im Herzen Dublins (die Talbot Memorial Bridge). Am 6. November 1931 eröffnete Erzbischof Byrne von Dublin eine Untersuchung unter Eid zu den Heiligsprechungsansprüchen dieses Arbeiters. Die offizielle Untersuchung im Vatikan begann 1947. Am 3. Oktober 1975 erklärte Papst Paul VI. Matt Talbot für ehrwürdig, ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Heiligsprechung, die den Nachweis eines physischen Wunders erfordert.
Die Überreste von Matt Talbot wurden 1972 vom Glasnevin-Friedhof in die Kirche Notre-Dame de Lourdes in der Sean McDermott Street in Dublin überführt. Das Grab besitzt eine dicke Glasscheibe, durch die man Talbots Sarg betrachten kann.