Oscar Wilde: Trinity College startet neues literarisches Erlebnis in Dublin
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Oscar Wilde: Trinity College startet neues literarisches Erlebnis in Dublin

Trinity College ehrt einen seiner berühmtesten Schriftsteller aus Dublin: Oscar Wilde!

Trinity college, Dublin - © Kit Leong

Besucher von Dublin kennen bereits die makellosen Rasenflächen des Trinity College Dublin, das berühmte Book of Kells oder die spektakuläre Long Room. Doch diesen Sommer bietet die bekannteste Universität Irlands eine ganz neue Art, ihren Campus zu entdecken: eine Eintauchen in die Welt großer Schriftsteller, die zwischen diesen Mauern studierten.

Die „Trinity Trails Literary Walking Tour“ führt die Teilnehmer auf den Spuren einiger der bedeutendsten Namen der irischen Literatur, mit einem besonderen Fokus auf Oscar Wilde.

Ein Spaziergang durch das literarische Dublin

Rund 45 Minuten begleiten Studenten und Alumni des Trinity College die Besucher durch historische Gebäude, Plätze und versteckte Ecken des Campus. Ziel ist es nicht nur, die Geschichte der Universität zu erzählen, sondern zu zeigen, wie diese Orte mehrere Schriftstellergenerationen beeinflusst haben.

Die Tour beleuchtet insbesondere die Verbindungen von Trinity zu:

  • Oscar Wilde
  • Samuel Beckett
  • Bram Stoker
  • Eavan Boland
  • Sally Rooney

Besucher entdecken unter anderem das Graduate Memorial Building, bekannt für seine studentischen Debattiergesellschaften, sowie mehrere Gebäude, die das intellektuelle Leben Dublins seit Jahrhunderten prägen.

Oscar Wilde kehrt auf die Bühne zurück

Das Besondere an diesem neuen Erlebnis ist das Finale. Die Führung endet im Samuel Beckett Theatre, wo die Besucher das eigens für diesen Anlass geschaffene Stück „Oscar Unwritten“ sehen.

Das Stück erzählt das Leben von Oscar Wilde aus der Perspektive seines engen Freundes Robbie Ross. Erinnerungen, von Wilde erfundene Figuren und prägende Momente seines Lebens verschmelzen auf der Bühne, um seinen rasanten Aufstieg, Ruhm und Fall nachzuzeichnen.

Die Aufführung dauert etwa fünfzig Minuten und zählt zu den originellsten kulturellen Events, die Dublin dieses Jahr zu bieten hat.

Warum Oscar Wilde in Dublin allgegenwärtig ist

Oscar Wilde ist wohl der berühmteste Schriftsteller, der aus dem Trinity College hervorgegangen ist. Er studierte dort in den 1870er Jahren, bevor er zu einem der brillantesten Autoren der viktorianischen Ära wurde.

Seine Präsenz ist in der irischen Hauptstadt überall spürbar: sein Elternhaus am Merrion Square, die farbenfrohe Statue im angrenzenden Park oder das Oscar Wilde Zentrum des Trinity College zeugen von Dublins Verbundenheit mit seinem berühmtesten Dandy. Das universitäre Zentrum zu seinem Werk befindet sich sogar in seinem Geburtshaus in der Westland Row.

Ein ideales Erlebnis für deutschsprachige Besucher

Die literarische Führung ergänzt die klassischen Campus-Touren und ermöglicht es, Trinity auf eine andere Weise zu entdecken – abseits der üblichen Menschenmengen vor dem Book of Kells.

Das gesamte Erlebnis dauert etwa zwei Stunden, umfasst die Führung sowie das Theaterstück und findet mehrmals pro Woche in einem begrenzten Zeitraum statt. Die Gruppen sind bewusst klein gehalten, um den Austausch mit den Guides zu fördern.

Für Reisende, die verstehen möchten, warum Dublin von der UNESCO als Stadt der Literatur anerkannt wurde, bietet diese neue Aktivität wahrscheinlich eines der immersivsten Erlebnisse, die derzeit in der irischen Hauptstadt angeboten werden.

Wenn Literatur auf Tourismus trifft

Dublin bietet bereits zahlreiche Touren zu James Joyce oder Oscar Wilde an. Das Neue an Trinitys Angebot ist die Herangehensweise: Der Besucher hört nicht nur eine Führung, sondern erlebt die Literatur auch live im Theater.

Diese Kombination aus Kulturerbe, Universitätsrundgang und Live-Theater ermöglicht es, irische Schriftsteller auf eine lebendigere Weise kennenzulernen. Man verlässt die Hörsäle, durchquert die jahrhundertealten Rasenflächen des Campus und beendet den Tag damit, Oscar Wilde auf der Bühne wieder zum Leben erwachen zu sehen.

Für eine Stadt, die einige der größten englischsprachigen Autoren hervorgebracht hat, war es nur logisch, dass die Literatur eines Tages die Bibliotheken verlässt und direkt auf die Besucher trifft.