Alkoholismus in Irland: Einfaches Klischee oder Realität?
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Alkoholismus in Irland: Einfaches Klischee oder Realität?

von Gwen LE COINTRE
Un irish pub irlandais - Go to Ireland.com

Es ist manchmal schwer für ein Volk, sich von Vorurteilen zu befreien. Das Bild des betrunkenen Iren im Irish Pub hält sich hartnäckig... Zeit zu prüfen, ob es sich um Mythos oder Wahrheit handelt. Ein Blick auf das Verhältnis der Iren zum Alkohol, untermauert durch Zahlen.

Es ist allgemein bekannt: Irland wäre nicht Irland ohne seine traditionellen Biere, sein Whisky-Know-how und die unzähligen Irish Pubs pro Quadratkilometer! Doch entspricht dieses Bild von Irland, in dem jeder Einwohner mit einem Glas in der Hand unterwegs ist, wirklich der Realität? Oder handelt es sich nur um ein Klischee, das durch Legenden und Folklore verstärkt wird? Zeit, mit Vorurteilen aufzuräumen!

Irland und Alkohol: Die Wahrheit

Zahlen, die für Aufsehen sorgen…

Tatsächlich hat Irland eine lange Geschichte mit Alkohol. Von den gemütlichen Pubs, die Dublins Straßen säumen, bis hin zu den jahrhundertealten Whisky-Destillerien – die Kultur des „Craic“ (ausgesprochen „Crack“), diese gesellige und festliche Atmosphäre, wird oft mit einem Pint Guinness oder einem Glas Jameson verbunden.

Doch heißt das, dass alle Iren ständig zum Glas greifen?

Ein Blick auf die Zahlen schafft Klarheit.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lag der jährliche Pro-Kopf-Konsum von reinem Alkohol in Irland im Jahr 2016 bei 11,4 Litern, was über dem europäischen Durchschnitt von 9,8 Litern liegt.

Allerdings schneiden andere Länder wie Frankreich oder Deutschland nicht schlechter ab und weisen sogar einen höheren Konsum auf! Tatsächlich gehört Irland nicht einmal zu den Top 10 der Länder mit dem höchsten Alkoholkonsum weltweit. Ein Beweis dafür, dass der erste Eindruck täuschen kann!

Zum Vergleich: Frankreich lag im selben Jahr bei 12,6 Litern und Deutschland bei 13,4 Litern.

Zudem zeigte eine Studie des irischen Health Research Board aus dem Jahr 2019, dass 37% der irischen Erwachsenen mindestens einmal im Monat Binge Drinking (exzessiver Alkoholkonsum in kurzer Zeit) praktizieren. Dieser Wert zählt zu den höchsten in Europa und unterstreicht eher eine Kultur intensiven Trinkens als moderaten Konsums.

Die damit verbundenen Kosten sind nicht zu unterschätzen. Das Department of Health schätzt, dass Alkohol der irischen Wirtschaft jährlich rund 3,7 Milliarden Euro durch Gesundheitskosten, Strafverfolgung und Produktivitätsverluste kostet.

Die Last der Klischees

Klischees halten sich also hartnäckig in Irland.

Das Bild des fröhlichen, leicht angetrunkenen Iren wurde durch Literatur, Film und sogar historische Ereignisse stark geprägt.

Doch es ist wichtig zu betonen, dass diese Klischees nicht die Vielfalt und Komplexität der modernen irischen Gesellschaft widerspiegeln.

Eine Kultur im Wandel

In den letzten Jahren hat Irland zudem öffentliche Gesundheitsmaßnahmen eingeführt, um den exzessiven Alkoholkonsum zu reduzieren.

Aufklärungskampagnen, Werbebeschränkungen und Steuererhöhungen auf Alkohol sind nur einige Initiativen, die den Willen zur Veränderung zeigen!

Fazit

Also, Alkoholismus in Irland – einfaches Klischee oder Realität? Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.

Ja, Alkohol spielt eine wichtige Rolle in der irischen Kultur, aber ein ganzes Volk darauf zu reduzieren, würde der Vielfalt und dem Reichtum der Grünen Insel nicht gerecht.

Und wenn Sie bei Ihrer nächsten Irlandreise in einem Pub einkehren, zögern Sie nicht, Ihr Glas (in Maßen!) auf dieses überraschende Land zu erheben.