Leo Varadkar, der irische Premierminister, hat heute Morgen erklärt: Ab heute Abend um 18:00 Uhr tritt Irland in eine „Quarantäne“-Phase (Lock-out auf Englisch) ein. Das Land wird zahlreiche Maßnahmen ergreifen, um der Bedrohung durch COVID-19 entgegenzuwirken und die Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung so weit wie möglich zu stoppen.
Irland ergreift Maßnahmen gegen das Coronavirus
Das ganze Land drosselt das Tempo: Iren werden zu sozialer Isolation aufgerufen
Leo Varadkar zeigt sich entschlossen, aber beruhigend: Irland steht an einem Punkt, an dem Entscheidungen getroffen werden müssen. Diese Entscheidungen zielen darauf ab, möglichst viele Menschen zu schützen. Es wird nicht einfach sein, und die irische Wirtschaft könnte darunter leiden – doch diese Maßnahmen werden sicherstellen, dass das Land gestärkt aus dieser nationalen Herausforderung hervorgeht.
Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen:
- Schulen, Mittelschulen, Gymnasien und Kinderbetreuungseinrichtungen bleiben bis zum 29. März 2020 geschlossen.
- Arbeitnehmer, die es können, werden aufgefordert, im Homeoffice zu arbeiten und ihre Außentermine auf ein Minimum zu reduzieren.
- Restaurants und Dienstleistungsbetriebe bleiben geöffnet, doch der Taioseach (Premierminister) hat betont, dass die Betriebe die Empfehlungen des öffentlichen Gesundheitswesens strenger denn je einhalten müssen.
- Jeder Ire und Reisende soll seine sozialen Kontakte so weit wie möglich einschränken, um die Verbreitung des Coronavirus zu verhindern.
- Die meisten touristischen öffentlichen Orte werden für Besucher geschlossen.
- Versammlungen mit mehr als 100 Personen müssen abgesagt werden, ebenso öffentliche Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem St. Patrick’s Day.
Öffentliche Verkehrsmittel werden weiterhin wie gewohnt fahren. Geschäfte und Supermärkte bleiben geöffnet, und die irische Regierung wird sicherstellen, dass die Lebensmittelversorgungsketten aufrechterhalten werden.
In einer Erklärung sagte Leo Varadkar:
Das Kabinett wird später am Tag zusammenkommen. In der kommenden Zeit wird die Regierung alle verfügbaren Ressourcen – personell und finanziell – mobilisieren, um dieser Bedrohung entschlossen entgegenzutreten. Diese Ressourcen sind beträchtlich, aber nicht unbegrenzt. Vor allem müssen wir alle füreinander sorgen“, erklärte Varadkar und fügte hinzu: „Wir werden siegen.“
Der Plan wird also umgesetzt: Am Donnerstag, den 12. März, um 18:00 Uhr tritt Irland in eine Lock-out-Phase ein. Eine heikle Zeit, die voraussichtlich bis zum 29. März andauern wird.
Diese Frist kann jedoch je nach Entwicklung der Lage verlängert werden.
Angesichts dieser Situation empfehlen wir Reisenden, ihre Reisen zu stornieren oder zu verschieben.
