Die Smithwick’s
Irische Küche und Getränke

Die Smithwick’s

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Une pinte de Smithwick's - © Torval Mork

Mit ihrer rubinroten Farbe und ihrem malzbetonten Geschmack zeigt Smithwick’s eine andere Seite des irischen Biers als die berühmten schwarzen Stouts. Dieses Irish Red Ale, das Anfang des 18. Jahrhunderts in Kilkenny entstand, überzeugt durch seine Ausgewogenheit: leicht röstig, wenig aggressiv und gerade bitter genug, um erfrischend zu bleiben.

Smithwick’s, ein in Kilkenny entstandenes Bier

Eine Geschichte, die bis 1710 zurückreicht

John Smithwick gründete 1710 seine Brauerei in Kilkenny. Der Standort an der heutigen Parliament Street blickte damals bereits auf eine noch ältere Geschichte zurück: Er lag auf dem Gelände eines ehemaligen Franziskanerklosters, in einer Stadt mit fest verankerter Brautradition.

Über Generationen hinweg baute die Familie Smithwick das Unternehmen aus und schrieb ihren Namen dauerhaft in die Geschichte Kilkennys ein. Die Brauerei wurde zu einer der großen irischen Referenzen für Red Ale. Diese lange Tradition erklärt, warum die Marke weiterhin eng mit der Stadt verbunden ist, auch wenn dort heute nicht mehr gebraut wird.

Von Kilkenny nach Dublin

1965 ging die Smithwick’s-Brauerei unter die Kontrolle von Guinness über. Die Produktion wurde noch mehrere Jahrzehnte in Kilkenny fortgesetzt, bevor sie 2013 den historischen Standort verließ. Heute wird das Bier in Dublin in der Brauerei St James’s Gate innerhalb des Diageo-Konzerns gebraut.

Diese Präzisierung ist wichtig: Smithwick’s ist zwar ein Bier, das ursprünglich aus Kilkenny stammt, doch die Behauptung, es werde dort noch hergestellt, wäre unzutreffend. Der ehemalige Standort bewahrt dennoch die Erinnerung an diese industrielle und familiäre Geschichte, die zu einem Teil des lokalen Erbes geworden ist.

Wie schmeckt Smithwick’s?

Der Stil Irish Red Ale

Smithwick’s gehört zur Familie der Irish Red Ales. Seine kupfer- bis rubinrote Farbe verdankt es den verwendeten Malzen und deren Röstung. In der Nase wie am Gaumen entfaltet es Noten von Getreide, leichtem Karamell, geröstetem Brot und bisweilen auch Biskuit. Eine dezente Bitterkeit rundet das Gesamtbild ab, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Die Textur bleibt vergleichsweise leicht, und der trockene Abgang macht es angenehm trinkbar. Das Geschmacksprofil ist weniger röstig als bei einem Stout und weniger hopfig als bei vielen India Pale Ales. Damit ist es eine unkomplizierte Wahl, um irische Biere kennenzulernen, wenn man ein malziges Getränk sucht, das weder schwer noch übermäßig bitter ist.

Smithwick’s und Kilkenny Irish Cream Ale

Smithwick’s wird mitunter mit Kilkenny Irish Cream Ale verwechselt. Beide Biere teilen eine ähnliche Geschichte und Welt, unterscheiden sich jedoch in ihrer Präsentation und im Mundgefühl. Kilkenny ist insbesondere für seinen cremigen Schaum bekannt, der durch den Ausschank mit Stickstoff entsteht, während Smithwick’s das direktere Profil eines Red Ale bewahrt.

Je nach Land können das verfügbare Sortiment und die Gebinde variieren. Am besten lassen sie sich anhand des vollständigen Namens auf dem Glas, am Zapfhahn oder auf dem Etikett unterscheiden, statt sich allein auf ihre rötliche Farbe zu verlassen.

Wie lässt sich Smithwick’s in Irland entdecken?

Im Pub bestellen

Der Name Smithwick’s kann bei der ersten Bestellung überraschen: Im Englischen ähnelt die gebräuchliche Aussprache „Smit-icks“, ohne dass alle Buchstaben hörbar sind. Das Bier ist in irischen Pubs weit verbreitet, je nach Lokal vom Fass oder in Flaschen erhältlich.

Es passt ganz natürlich zu Pub-Klassikern wie Eintopf, Würstchen, einer Fleischpastete oder einem Burger. Seine malzigen Noten harmonieren auch mit Rindfleisch, Schweinebraten und Schnittkäse, während die leichte Bitterkeit verhindert, dass die Mahlzeit zu schwer wirkt.

Ein anderer Zugang zur irischen Braukultur

Smithwick’s hilft dabei, das mitunter verkürzte Bild eines Irlands zu überwinden, das allein dem Stout gewidmet sei. Auch Red Ales gehören zur Brauidentität des Landes. Ihre warme Farbe, ihre malzige Rundheit und ihre Trinkbarkeit erklären ihre dauerhafte Präsenz in den Pubs.

In Kilkenny besitzt die Marke aufgrund von mehr als drei Jahrhunderten lokaler Geschichte eine besondere Bedeutung. In Dublin ist sie durch ihre heutige Produktion Teil der Landschaft großer nationaler Biere. Zwischen diesen beiden Städten erzählt Smithwick’s damit einen wichtigen Teil der Entwicklung des irischen Brauwesens. In Maßen genießen.

Wie wird ein Irish Red Ale hergestellt?

Die zentrale Rolle des Malzes

Bei einem Red Ale prägt das Malz den größten Teil des Geschmacksprofils. Unterschiedliche Röstgrade sorgen für die kupferrote Farbe, Biskuitnoten und den leichten Eindruck von Karamell. Ein geringer Anteil stärker gerösteter Körner kann den Farbton vertiefen, ohne die für ein Stout typische intensive Kaffee- oder Kakaonote zu erzeugen.

Der Hopfen dient vor allem dazu, die Süße des Getreides auszugleichen. Seine Bitterkeit bleibt in der Regel zurückhaltend, und seine Aromen sollen nicht dominieren. Nach Brauen, Gärung und Reifung zielt das Ergebnis eher auf Klarheit, Geschmeidigkeit und Trinkbarkeit als auf spektakuläre Intensität.

Warum wirkt seine Farbe rot?

Die Farbe verändert sich je nach Licht und Glas: In einem dunklen Pub erscheint sie kupferbraun, im Gegenlicht zeigen sich rubinrote Reflexe. Dieser Farbton entsteht durch die Röstreaktionen der Malze, nicht durch den Zusatz eines roten Farbstoffs. Ein cremeweißer Schaum vervollständigt meist das Erscheinungsbild.

Auch die Serviertemperatur beeinflusst die Wahrnehmung. Sehr kalt wirkt das Bier lebhafter, doch seine Malzaromen treten in den Hintergrund. Wenn es sich leicht erwärmt, offenbart es stärker seine Getreide- und Röstbrotaromen. Um seine Ausgewogenheit zu schätzen, muss man es also nicht zu schnell trinken.

Smithwick’s in der Kultur Kilkennys

Eine noch immer sichtbare Prägung der Stadt

Auch nachdem das Brauen vor Ort 2013 eingestellt wurde, ist der Name Smithwick tief mit Kilkenny verbunden. Drei Jahrhunderte Tätigkeit prägten die Erinnerung an das Viertel, schufen Arbeitsplätze und trugen zum Ruf der mittelalterlichen Stadt als Braustadt bei. Für viele Einwohner geht die Marke daher weit über den Inhalt eines Glases hinaus.

Der ehemalige Standort an der Parliament Street ermöglicht es, diese Geschichte im städtischen Gefüge nahe dem historischen Zentrum zu verorten. Er erinnert auch daran, dass große irische Marken oft als Familienunternehmen entstanden, bevor sie Teil internationaler Konzerne wurden. Diese Entwicklung erklärt das Nebeneinander eines sehr starken lokalen Erbes und einer heute in Dublin zentralisierten Produktion.

Was es zu einer Verkostung irischer Biere beiträgt

Um die großen Bierstile des Landes zu vergleichen, kann Smithwick’s neben einem Stout und einem irischen Lager verkostet werden. Das Stout wird Röstnoten und Cremigkeit stärker hervorheben, das Lager Frische und Neutralität, das Red Ale getreidige Rundheit und maßvolle Bitterkeit. Dieser einfache Vergleich macht die Unterschiede unmittelbar wahrnehmbar.

Liebhaber von Craft-Bieren können anschließend Red Ales aus Mikrobrauereien entdecken, die mitunter hopfiger, trockener oder malzbetonter sind. Smithwick’s bleibt jedoch eine hilfreiche Referenz, um den Stil in seiner zugänglichsten und am weitesten verbreiteten Ausprägung zu verstehen. Da der Alkoholgehalt je nach Markt oder Abfüllung variieren kann, ist das Etikett maßgeblich. Der Konsum sollte maßvoll bleiben.

Der Missbrauch von Alkohol ist gefährlich für die Gesundheit. In Maßen konsumieren.