Camogie ist zum Hurling, was Softball zum Baseball ist – die weibliche Version des Hurling. Dieser Sport stammt aus der reinen Tradition der gälischen Spiele und wird von der GAA unterstützt. Camogie ist genauso beliebt wie das Hurling. Das Zuschauen im Fernsehen ist in irischen Familien sogar eine echte Tradition!
Während Hurling bis ins Mittelalter zurückreicht, ist Camogie ein deutlich jüngerer Sport. Alles begann Anfang des 20. Jahrhunderts, als Frauen den Wunsch äußerten, diesen Sport selbst zu spielen. Um sich vom reinen Männersport Hurling abzugrenzen, nannten sie ihr Spiel „Camogie“.
Viele Frauen zeigten großes Interesse an diesem neuen Sport, der bereits 1904 mit dem ersten offiziellen Camogie-Spiel in Navan einen großen Erfolg feierte. Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Spiel, und die irischen Spielerinnen gründeten daraufhin einen offiziellen Camogie-Verband.
Dieser Verband sorgte für die nachhaltige Verbreitung des Sports, und die Begeisterung breitete sich rasch in ganz Irland aus: Kein County blieb aus, und in jeder Region entstanden eigene Frauenmannschaften im Camogie.
Leider führten der Unabhängigkeitskrieg und der Bürgerkrieg in den 1920er Jahren zu einem deutlichen Rückgang der Camogie-Aktivitäten. In diesen turbulenten Zeiten stand der Sport hinten an, was den offiziellen Camogie-Verband in eine Phase völliger Inaktivität stürzte.
Erst 1932 wurde der Verband wiederbelebt und als nationale Föderation institutionalisiert, unterstützt von der GAA. Von da an wurden landesweit zahlreiche Spiele ausgetragen, und die Föderation verzeichnete jährlich viele neue Spielerinnen, die sich in offiziellen Ligen organisierten.
Ein Camogie-Team besteht aus 15 Spielerinnen, darunter ein Torwart, 6 Verteidigerinnen, 2 Mittelfeldspielerinnen und 6 Angreiferinnen. Jede Spielerin ist mit einem Schläger ausgestattet, der „camán“ oder „hurley“ genannt wird. Dieser ist aus Eschenholz gefertigt und misst 75 bis 90 Zentimeter. Gespielt wird mit einem Lederball, dem „sliotar“, der knapp 100 Gramm wiegt. Wird der Sliotar mit dem Schläger getroffen, kann er Geschwindigkeiten von bis zu 110 km/h erreichen.
Da Hurling ein potenziell körperbetonter Sport ist, tragen die Spielerinnen oft einen Helm, der jedoch nicht verpflichtend ist.
Die Regeln unterscheiden sich kaum vom Hurling, mit einigen Ausnahmen:
Ansonsten gilt dasselbe Prinzip: Die Spielerinnen versuchen mit ihrem Schläger Punkte zu erzielen, indem sie die gegnerische Verteidigung durchbrechen und den Lederball aufs Tor schießen.
Das Spielfeld ist 140 Meter lang und 80 Meter breit – also länger als ein Fußballfeld, aber etwas schmaler. Die Hurling-Tore ähneln denen im Rugby (in H-Form) kombiniert mit Fußballtoren. Es ist möglich, zwischen den Pfosten oder ins Tor zu treffen, was unterschiedlich gewertet wird. Wenn der Ball zwischen den Pfosten über die Querlatte geht, erhält das Team 1 Punkt.
Trifft der Ball jedoch ins Tor, das vom Torwart verteidigt wird, zählt das 3 Punkte. Ein Ergebnis von 3 Toren und 11 Punkten wird so notiert: 3-11, was insgesamt 3×3 + 11 = 20 Punkte entspricht.