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In Irland gibt es unbestrittene Nationalhelden. Und Daniel O’Connell gehört definitiv dazu! Bekannt als „The Liberator“ oder „der König ohne Krone“, war Daniel O’Connell (1775–1847) ein irischer katholischer Anwalt, der sich leidenschaftlich für die irische Unabhängigkeit einsetzte. Als großer Pazifist kämpfte dieser Ire sein Leben lang gegen die sozialen und religiösen Spaltungen seiner Zeit in Irland, die durch die anti-katholische Segregation der englischen Kolonialherren verursacht wurden. Durch die Aufhebung bestimmter anti-katholischer Maßnahmen wurde er zu einer Schlüsselfigur im irischen Nationalismus. Seine Bedeutung zeigt sich auch darin, dass die Hauptstraße von Dublin heute seinen Namen trägt: die „O’Connell Street“. Eine echte Würdigung!

Daniel O’Connell – Gemeinfrei
Daniel O’Connell wurde am 6. August 1775 in eine wohlhabende Familie geboren.
Unter der Obhut seines Onkels Maurice O’Connell absolvierte Daniel eine hervorragende Ausbildung und entschied sich für ein Jurastudium. 1798 wurde er offiziell als Anwalt zugelassen und begann sich intensiv für Politik zu interessieren.
Er widmete sich besonders den Diskriminierungen, denen die katholische Bevölkerung Irlands ausgesetzt war.
Zur Erinnerung: Zu dieser Zeit war Irland vom Act of Union betroffen, einem 1801 unterzeichneten Gesetz, das Irland offiziell mit dem Vereinigten Königreich vereinte. In diesen Jahren verboten die Briten den irischen Katholiken bewusst das Wahlrecht, die Kandidatur für das Parlament sowie den Besitz von Waffen oder sogar eines einfachen Pferdes. Diese anti-katholische Segregation war ein Mittel, um den britischen Einfluss in Irland zu stärken und die Bürgerrechte der einheimischen Bevölkerung zu schwächen.
Empört über diese Lage war Daniel O’Connell überzeugt, dass es einen gewaltfreien Weg zur Unabhängigkeit Irlands und zur Emanzipation der Katholiken geben müsse.
Er strebte eine politische Karriere an, um innerhalb des britischen Rechtssystems Veränderungen zu bewirken – ohne auf Gewalt zurückzugreifen.
1810 gründete er die Catholic Association, eine Organisation zur Sensibilisierung der Bevölkerung für die katholische Sache. Um die Arbeit zu finanzieren, bat O’Connell seine Mitglieder um einen monatlichen Beitrag von nur einem Penny, was zahlreiche Anhänger anzog und den Erfolg der Vereinigung sicherte. Mit den gesammelten Mitteln setzte sich die Organisation für die Emanzipation ein und unterstützte die Ärmsten.
Schon damals war Daniel O’Connell ein einflussreicher Politiker mit großer Popularität in der katholischen Gemeinschaft. Er kandidierte für das Unterhaus im Wahlkreis Clare und gewann die Wahl deutlich. Doch er stand vor einem großen Problem: Um ins Parlament einzutreten, musste er einen Eid auf Georg IV., den König von England und Oberhaupt der anglikanischen Kirche, ablegen. Dies lehnte O’Connell strikt ab und verzichtete daher auf den Sitz im Unterhaus.
Daraufhin baten der Premierminister, der Herzog von Wellington, und Innenminister Robert Peel den König, eine Ausnahme zu machen, um die angespannte Lage in Irland nicht weiter zu verschärfen und eine neue Rebellion zu verhindern.
Einzigartig: Georg IV. stimmte zu, dass künftig jeder Christ, egal ob katholisch, atheistisch oder anderer Konfession, ins Parlament eintreten darf. Dieses Gesetz wurde 1829 verabschiedet und von Gegnern heftig kritisiert. O’Connell hingegen wurde von der katholischen Gemeinschaft für seinen Mut und Einsatz gefeiert.

Königliche Wappen nach dem Act of Union
1841 wurde O’Connell zum ersten katholischen Bürgermeister von Dublin gewählt – ein Novum, das den Briten gar nicht gefiel! Er setzte sich erfolgreich für die Abschaffung der Zehnten ein, einer Art Steuer, die von Arbeitern erhoben und an die anglikanische Kirche weitergeleitet wurde.
Anschließend wandte er sich dem Act of Union von 1801 zu, der die Verbindungen zwischen Irland und Großbritannien regelte. Er gründete die Repeal Association (Vereinigung zur Aufhebung), die die Unabhängigkeit Irlands forderte und die Anerkennung von Königin Victoria als Königin von Irland verlangte.
Um seine Anliegen zu verbreiten, unternahm er 1844 eine politische Tour durch ganz Irland. Seine Massenversammlungen waren beeindruckend, störten jedoch die britische Regierung so sehr, dass sie solche Treffen verbot. O’Connell, überzeugt vom gewaltfreien Weg, sagte die letzten Versammlungen ab, wurde aber dennoch inhaftiert.
Nach seiner Gefangenschaft zerfiel seine Bewegung allmählich, und viele Iren wandten sich gewaltsamen Mitteln zu.
Als Daniel O’Connell aus dem Gefängnis entlassen wurde, war er erschöpft und abgemagert. Er starb wenige Monate später 1847 im Alter von 71 Jahren an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung während einer religiösen Pilgerreise in Italien. Sein Kopf wurde in Rom beigesetzt, während der Rest seines Körpers auf dem Glasnevin-Friedhof in Dublin ruhte. Zu Ehren von O’Connell wurde im 20. Jahrhundert die Hauptstraße Dublins in „O’Connell Street“ umbenannt. Dort stehen auch Statuen von ihm und Charles Stewart Parnell, einem weiteren Politiker, der ähnliche Ziele verfolgte.