Die Feen in Irland
Kultur

Die Feen in Irland

Eine irische Fee - © Nick Alias

Vergessen Sie die wohlwollenden Feen! In der irischen Folklore ist die Sicht auf die Feen viel dunkler und furchteinflößender! Es handelt sich um erschreckende und bösartige Wesen!

Die irische Folklore ist ein reichhaltiger Raum voller Legenden, Traditionen und Glaubensvorstellungen, in dem Feen einen besonderen Platz einnehmen. Irland war schon immer ein fruchtbarer Boden für die kollektive Fantasie. Und im Gegensatz zum oft engelsgleichen und wohlwollenden Bild der Feen in der Popkultur zeigt die irische Folklore eine viel nuanciertere, ja sogar düstere Sicht auf diese Wesen. Wenn Sie an geflügelte Feen denken, die Sternenstaub verstreuen, liegen Sie falsch. In der irischen Tradition sind Feen ernstzunehmende Wesen, deren Erscheinung diese Komplexität widerspiegelt!

Die Ursprünge der Feen in Irland

Wesen mit Wurzeln in der irischen Mythologie

Die Feen, im Irischen auch „Sidhe“ (ausgesprochen „shee“) genannt, sollen Nachkommen der Tuatha Dé Danann sein, eines alten Volkes von Göttern und Göttinnen.

Nachdem sie von den Milesiern, den Vorfahren der heutigen Iren, besiegt wurden, zogen sich die Tuatha Dé Danann in die „Andere Welt“ zurück, die über Hügel und Feenhügel zugänglich ist.

Dennoch sollen sie regelmäßig zwischen den beiden Welten wandeln und im Menschenreich Streiche spielen…

Bis heute ist der Aberglaube in Irland stark: Viele Iren meiden „Feenorte“ oder sind vorsichtig, wenn sie an einem Feenbaum vorbeigehen.

Merkmale der Feen in Irland

Gemeinsame körperliche Merkmale

Feen werden oft als wunderschöne, bezaubernde und verführerische Wesen beschrieben. Doch ihre Schönheit birgt eine beunruhigende, ja sogar düstere und bösartige Seite.

Verlassen Sie sich nicht auf ihr Aussehen! Hinter ihrer engelsgleichen Fassade verbergen sich dunkle und furchteinflößende Seelen!

Obwohl sie verschiedene Gestalten annehmen können, bleiben einige Merkmale konstant.

Irische Feen tragen oft grüne Kleidung, die Farbe der Erde und Natur, aber auch eine Farbe, die mit Fremdartigkeit und Magie verbunden ist.

Ihre Augen werden häufig als hypnotisch beschrieben, fähig, diejenigen zu bezaubern, die sie ansehen.

Obwohl ihre Größe variieren kann, werden sie meist als kleiner als Menschen beschrieben, können aber ihre Größe nach Belieben verändern.

Orte, die mit Feen verbunden sind

Die Feenhügel

Diese grasbewachsenen Hügel oder Erdwälle gelten als Tore zur „Anderen Welt“.

Ein typischer Feenhügel ähnelt einem kleinen, abgerundeten Hügel, oft umgeben von Bäumen oder Steinen. Es kann manchmal schwer sein, einen Feenhügel von einem gewöhnlichen Hügel zu unterscheiden, doch diese Orte besitzen meist eine besondere, fast magische Atmosphäre.

Wie andere Feenwohnorte gelten die Hügel oft als Portale zur Feenwelt. Es heißt, wer um Mitternacht auf einem Feenhügel steht, kann ins Feenreich entführt werden.

Legenden berichten von Feen, die als Wächter dieser Hügel fungieren. Sie schützen das Land und bestrafen jene, die die Ruhe des Ortes stören.

In manchen Geschichten residiert der Feenkönig selbst in einem solchen Hügel und herrscht von dort über sein Feenvolk.

Es wird allgemein davon abgeraten, diese Orte zu stören, da man sonst den Zorn der Feen auf sich zieht.

In diesem Fall seien Sie gewarnt: Die Magie könnte sich gegen Sie richten! Und es ist besser, den Zorn dieser magischen Wesen nicht zu erleben!

Die Feenringe

Kreise aus Steinen oder Pilzen, sogenannte Feenringe, sind ebenfalls Orte mit starker Feenpräsenz. Diese perfekt runden Kreise in der Natur sind von Mythen und Legenden umwoben und oft mit der Welt der irischen Feen verbunden.

Ein Feenring ist ein flacher Kreis aus Steinen oder Vegetation, oft aus Gras oder Pilzen, der sich deutlich vom umliegenden Gelände abhebt. Man findet sie auf Feldern, Wiesen und sogar in Wäldern, und sie sind häufig mit lokalen Geschichten und Aberglauben verbunden.

Es heißt, diese Ringe seien Portale zur „Anderen Welt“, dem Feenreich, und wer sich hineinwagt, kann das Zeitgefühl verlieren oder in eine andere Dimension gelangen.

Der Legende nach sind diese Kreise die Orte, an denen die Feen nachts tanzen. Ihr Reigen hinterlässt eine Spur auf der Erde, die den sichtbaren Ring bildet.

Das Stören eines Feenrings, sei es durch Betreten oder Betreten, gilt als Handlung, die Unglück oder sogar den Zorn der Feen heraufbeschwören kann. Manche Geschichten berichten von Menschen, die nach einer Störung dieser Kreise verschwanden oder krank wurden.

Die Feenbäume

Ein Feenbaum in Irland - © Bo

Ein Feenbaum in Irland – © Bo

Unter den faszinierenden Elementen der irischen Folklore nehmen die Feenbäume eine ganz besondere Stellung ein. Diese Bäume, oft einzelne Weißdorne, gelten als heilig und sollen Tore zur Feenwelt der Sidhe sein.

Obwohl der Weißdorn die Baumart ist, die am häufigsten mit Feen in Irland assoziiert wird, gelten auch andere Bäume wie Eichen und Weiden als mit der Feenwelt verbunden.

Es ist nicht ungewöhnlich, Bänder, Stoffreste oder kleine Gegenstände als Opfergaben oder Zeichen des Respekts an diesen Bäumen zu finden.