Findabair ist eine Figur der irischen Mythologie. Sie ist die Tochter der Königin Medb und des Königs Ailill Mac Mata. Ihre Geschichte wird in zahlreichen Schriften erzählt, darunter auch in „Der Rinderraub von Cooley“ (Táin Bó Cúailnge).
Sie wird als junge Frau von großer Schönheit beschrieben, sanft und begehrenswert zugleich. Ihr Name bedeutet vermutlich „Die weiße Fee“ und leitet sich vom Namen Guinevere ab.
Laut den Überlieferungen verliebt sich Findabair in Fráech Mac Idath, einen großen Krieger aus Connacht. Als dieser davon erfährt, möchte er sie am Hof treffen. Dort lernt er König Ailill Mac Mata und dessen Gemahlin, Königin Medb, kennen. Er verbringt drei Tage damit, mit den Herrschern Schach zu spielen, genießt die gemeinsame Zeit und trifft Findabair schließlich an einem Abend.
Fráech Mac Idath ist sofort von Findabair verzaubert und schlägt ihr vor, noch in dieser Nacht mit ihm zu gehen. Sie lehnt ab und besteht darauf, dass die Heirat nach den traditionellen Gepflogenheiten vollzogen wird. Findabair und Fráech Mac Idath bitten daraufhin ihre Eltern um Erlaubnis zur Heirat. Diese stimmen zu, verlangen jedoch als Gegenleistung ihre Teilnahme am Rinderraub von Cooley sowie eine so hohe Mitgift, dass Fráech Mac Idath letztlich die Zahlung verweigert.
Empört über diese Ablehnung versuchen die Herrscher von Connacht Rache zu nehmen, indem sie ihn zu einem Bad in einem See einladen, der von einem blutrünstigen Monster bewohnt wird. Findabair eilt ihm zur Hilfe, rettet ihn und schafft es schließlich, ihre Eltern von der Heirat zu überzeugen. Nach der Hochzeit erfüllt Fráech Mac Idath seine Verpflichtung und nimmt am Rinderraub von Cooley teil. Er stirbt jedoch nach einem heftigen Kampf gegen Cúchulainn.
Findabair ist von tiefer Trauer ergriffen. Ihre machthungrige Mutter beginnt, ihre Tochter zu benutzen, um entmutigte Krieger, die am Rinderraub teilnehmen, zu verführen. Im Austausch für einige Nächte mit ihr müssen diese Krieger anschließend Aufgaben erfüllen, die den Interessen von Königin Medb dienen. So wird Findabair zunächst Rochad Mac Fathemain, dann Ferdiad versprochen.
Findabair erträgt diese Situation nicht länger, versucht zu protestieren, stirbt aber schließlich vor Scham, als sie erfährt, dass sie letztlich mehr als zehn Königen aus Munster versprochen ist.