Heinrich VIII.
Kultur

Heinrich VIII.

Könige und Königinnen des Königreichs Irland
Heinrich VIII - Öffentlicher Bereich

Heinrich VIII. (1491–1547) war König des Königreichs England, Schottland und Irland. Er ist in der Geschichte bekannt für seine gewaltsame Herrschaft, geprägt von religiösen Reformen sowie zahlreichen politischen Konflikten zwischen Frankreich und Spanien. Berüchtigt ist er auch für seine sechs aufeinanderfolgenden Ehen, von denen die meisten seiner Ehefrauen ein tragisches Ende fanden.

Biografie von König Heinrich VIII.

Heirat und Krönung

Heinrich wurde am 28. Juni 1491 geboren. Er war das dritte Kind von Heinrich VII. und Elisabeth von York sowie der zweite Thronerbe nach seinem Bruder Arthur. Aus Bündnisgründen mit Spanien verheiratete Heinrich VII. seinen Sohn Arthur (15 Jahre) 1501 mit Katharina von Aragon (16 Jahre). Doch Arthur erkrankte bald und starb am 2. April 1502 an Schweißfriesel.

Heinrich wurde somit zum alleinigen Thronfolger. Spanien und England beschlossen daraufhin, Heinrich mit Katharina von Aragon zu verheiraten, nachdem bewiesen wurde, dass die Ehe zwischen Katharina und Arthur nie vollzogen wurde. Nach päpstlicher Zustimmung verlobte sich Heinrich 1503 offiziell mit Katharina und heiratete sie am 11. Juni 1509, neun Wochen nach seiner Krönung am 22. April 1509.

Schnell stand die Fortpflanzung des Königspaares im Fokus. Doch Königin Katharina erlitt 1510 eine Fehlgeburt, brachte im folgenden Jahr einen Jungen zur Welt, der nur einen Monat überlebte, sowie ein Totgeborenes.

Heinrich festigt seine Macht

Unmittelbar nach seiner Krönung ließ der König die Minister Edmund Dudley und Richard Empson wegen Hochverrats im Tower of London einsperren und 1510 köpfen. Dieses erste Urteil diente Heinrich dazu, seine Autorität zu festigen und jeden, der ihn stürzen wollte, einzuschüchtern.

Nach schwierigen Konflikten mit dem französischen König schloss Heinrich 1514 Frieden mit Franz I. und geriet in Konflikt mit Spanien. Diese Spannungen belasteten auch die Beziehung zum Königspaar: Katharina konnte keine Kinder mehr gebären, und Heinrich dachte ernsthaft über eine Scheidung nach.

Nach zwei Jahren Versuchen wurde Königin Katharina 1516 schwanger und brachte Maria Tudor zur Welt. Heinrich war überglücklich und schöpfte neue Hoffnung auf einen männlichen Thronfolger mit Katharina.

Heinrichs religiöse Reform

Bereits 1521 zog Heinrich VIII. gegen die von Martin Luther eingeleiteten protestantischen Reformen zu Felde, die er als Häresie bezeichnete. Gleichzeitig fürchtete Heinrich den wachsenden Einfluss des Papstes in Rom auf sein Königreich und strebte an, sich vom Vatikan zu lösen, um selbst Oberhaupt der Kirche von England zu werden.

Inzwischen verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Katharina von Aragon und Heinrich: Die Königin konnte dem König keine weiteren Kinder schenken, und ihr Alter ließ vermuten, dass sie künftig keine mehr gebären würde. Ermüdet begann Heinrich zahlreiche Affären und traf schließlich Anne Boleyn, eine Hofdame der Königin.

Er verliebte sich sofort in sie und wollte sich von Katharina scheiden lassen, um Anne zu heiraten und einen Erben zu zeugen. Es dauerte über zwei Jahre, bis Heinrich seine Scheidung vom Vatikan durchsetzen konnte: Thomas Cromwell, der Sekretär des Königs, war der Ansicht, dass Heinrich VIII. auf die Zustimmung des Papstes verzichten könne, sofern er selbst Oberhaupt der Kirche von England werde. So wurde Heinrich am 11. Februar 1531 zum Oberhaupt der Kirche erklärt: „Wir erkennen an, dass Seine Majestät der besondere Beschützer, der einzige und höchste Herr und, soweit es das Gesetz Christi erlaubt, das Oberhaupt der Kirche und des Klerus von England ist.“ Damit begann die anglikanische Kirche.

Am 25. Januar 1533 verkündete Anne Boleyn, dass sie ein Kind vom König erwarte. Heinrich beschleunigte die Hochzeitsvorbereitungen und heiratete sie am 23. Mai 1533. Leider brachte Königin Anne eine Tochter zur Welt: Elisabeth (die später Elisabeth I. werden sollte). Die Spannungen zwischen König und Anne waren groß. Anne schien nach einer Fehlgeburt und einem Totgeburt nicht in der Lage, einen Erben zu gebären. Schon bei der Bevölkerung unbeliebt, wurde Anne des Komplotts und Ehebruchs verdächtigt und vom König enthauptet.

Wütend und erschöpft heiratete Heinrich daraufhin Jane Seymour, die ihm schließlich einen Sohn, Eduard VI., schenkte. Leider starb Jane bei der Geburt, was Heinrich in tiefe Trauer stürzte.

Die Trennung Englands von Rom führte jedoch zu Spannungen unter dem englischen und irischen Volk. Zwei besonders turbulente Ereignisse sind hervorzuheben:

Ende der Herrschaft

Seit der Hinrichtung von Anne Boleyn zeigte sich Heinrich VIII. zunehmend reizbar. Eine Beinverletzung, die er einige Jahre zuvor erlitt und die nicht heilte, führte zu einer schwer zu kontrollierenden Gereiztheit. Ohne körperliche Betätigung konnte Heinrich weder reiten noch Sport treiben und nahm stark an Gewicht zu, was ihn in eine morbide Fettleibigkeit trieb (bis zu 136 kg).

Ab 1538 verfiel Heinrich in Paranoia und ließ alle Thronanwärter hinrichten, die er der Verschwörung und des Hochverrats verdächtigte:

  • seinen Cousin Henry Pole
  • seine Tante Margarete von Salisbury
  • seinen Cousin Henry Courtenay

Um sein Vermächtnis zu sichern, ließ Heinrich im selben Jahr den außergewöhnlichen Palast Sans-Pareil im Surrey errichten.

Fünf Jahre später folgten weitere unglückliche Ehen:

  • mit Anne von Kleve, die er nach sechs Monaten Ehe wegen Nichtvollzug der Ehe wieder verwarf
  • mit Katharina Howard, die er wegen Ehebruchs enthaupten ließ
  • mit Katharina Parr, die ihn um ein Jahr überlebte

Heinrich VIII. starb am 28. Januar 1547 an den Folgen seiner latenten Fettleibigkeit (man vermutet eine diabetische Erkrankung). Seine Herrschaft zählt zu den turbulentesten in der Geschichte Englands.