Die irische Bouzouki
Kultur

Die irische Bouzouki

Irische Musikinstrumente
Le bouzouki irlandais

Mit ihrem unvergleichlichen metallischen Klang, der sich über traditionelle irische Melodien erhebt, hat sich die irische Bouzouki als eines der charakteristischen Instrumente der keltischen Musik etabliert.

Die Bouzouki ist ein gezupftes Saiteninstrument griechischen Ursprungs, das seit den 1950er Jahren in die traditionelle irische Musik integriert und angepasst wurde. Mit ihrem einzigartigen metallischen Klang ist die irische Bouzouki zu einem unverzichtbaren Bestandteil der keltischen Musiklandschaft geworden.

Geschichte der irischen Bouzouki

Ein griechisches Instrument, von den Iren verändert

Die Bouzouki wurde in den 1950er Jahren von Johnny Moynihan, einem Folk-Musiker, der von der griechischen Musikszene fasziniert war, nach Irland gebracht. Durch leichte Veränderungen am Instrument, wie einem längeren Hals und Stahlsaiten, entstand die heute bekannte irische Bouzouki.

Die ersten Bands, die das Instrument übernahmen, waren Sweeney’s Men und The Dubliners.

Merkmale

Die irische Bouzouki ähnelt einer Laute oder einer übergroßen Mandoline. Sie besteht aus einem relativ langen Hals, einem gewölbten und flachen Resonanzkörper sowie einem Wirbelkasten zum Spannen der Metallsaiten.

Es gibt verschiedene Größen, die gebräuchlichste hat einen Hals von etwa 65 cm.

Das Instrument verfügt über 8 Saiten, die paarweise angeordnet und jeweils zu zweit in Einklang oder in Oktaven gestimmt sind.

Dank ihrer harmonischen und rhythmischen Vielseitigkeit passt die Bouzouki in nahezu alle irischen Musikrichtungen, vom Folk bis zum keltischen Rock.

Sie übernimmt vor allem die harmonische Begleitung, brilliert aber auch in Melodien und Soli mit schnellen, verzierten Linien.

Ein Plektrum ist unverzichtbar, um den klaren, prägnanten Klang der irischen Bouzouki zu erzeugen.

Preise

Der Preis einer irischen Bouzouki variiert stark je nach verschiedenen Kriterien, hier einige allgemeine Richtwerte:

  • Einsteiger-Bouzoukis: zwischen 150 € und 300 €. Meist importierte Instrumente mit Standardmaterialien und Serienfertigung. Der Klang ist ordentlich, aber nicht außergewöhnlich.
  • Mittelklasse-Bouzoukis: zwischen 400 € und 900 €. Instrumente besserer Qualität mit ausgewählten Hölzern und halbhandwerklicher Fertigung. Der Klang ist gut und ermöglicht fortgeschrittenen Amateuren Fortschritte.
  • Hochwertige und professionelle Bouzoukis: ab 1000 €, bis über 3000 € für besonders hochwertige Instrumente. Diese werden vollständig von renommierten Geigenbauern handgefertigt, mit sorgfältiger Materialauswahl, was Klangkraft, Feinheit und Langlebigkeit garantiert.

Signaturen bekannter Geigenbauer sowie alte oder von berühmten Musikern besessene Instrumente können auf dem Markt auch Preise über 5000 € erreichen.

Obwohl für Saiteninstrumente relativ erschwinglich, stellen die meisten professionellen Bouzoukis eine Investition dar. Die akustische Qualität und die sorgfältige handwerkliche Verarbeitung rechtfertigen jedoch meist den Preis für anspruchsvolle Musiker.

Die großen Bouzouki-Spieler in Irland

Die Liste ist lang, denn die irische Bouzouki nimmt seit über einem halben Jahrhundert einen zentralen Platz in der keltischen Musik ein. Diese Namen geben einen Einblick in die Vielfalt der Spielweisen dieses Instruments.

  • Dónal Lunny: Musiker und Produzent, eine Schlüsselfigur der irischen Folkszene seit den 1970er Jahren. Gründungsmitglied der Gruppen Planxty und The Bothy Band, gilt er als einer der Wegbereiter der Bouzouki in der traditionellen irischen Musik.
  • Andy Irvine: Sänger, Komponist und Multiinstrumentalist, zählt zu den Pionieren der irischen Bouzouki. Gründungsmitglied von Planxty und Patrick Street, sein sehr melodisches und verziertes Spiel ist unverkennbar.
  • Alec Finn: Mitbegründer der legendären Band De Dannan in den 1970er Jahren, einer der Meister der irischen Bouzouki. Sein Stil zeichnet sich durch rasantes Tempo und erfinderische Riffs aus.
  • John Sheahan: Langjähriges Mitglied der berühmten Folkgruppe The Dubliners, einer der letzten Vertreter der Generation, die die Bouzouki in Irland einführte. Eine subtile Mischung aus Tradition und Moderne.
  • Gerry O’Connor: Virtuose auf Banjo und Bouzouki, gilt als einer der kreativsten Instrumentalisten seiner Generation. Sein äußerst dynamisches und komplexes Spiel führt die Bouzouki in eine moderne Richtung.
  • Máirtín O’Connor: Bruder des Vorigen und ebenso talentiert. Lead-Bouzouki-Spieler der Gruppe Buttons & Bows, sein einzigartiger Stil verbindet traditionelle irische Elemente mit Jazz- und sogar Bluegrass-Einflüssen in seinen Kompositionen.