Das Irische Gälisch
Kultur

Das Irische Gälisch

Sprachen in Irland
Die Gaeltacht - rhodes - cc

Eine uralte Sprache, die die Identität Irlands von gestern und heute geprägt hat! Noch immer in bestimmten Regionen der Insel gesprochen, ist sie ein Symbol der irischen Kulturtradition!

Im Gegensatz zu dem, was man vielleicht denkt, ist Englisch nicht die erste Amtssprache Irlands. Die Iren sprechen seit Jahrhunderten eine uralte Sprache, die als Gälisch (auch Irisches Gälisch oder einfach „Irisch“ genannt) bekannt ist – eine keltische Sprache, die noch heute in Irland verwendet wird.

Vorstellung des Irischen Gälisch

Eine uralte Sprache, die bis heute lebendig ist

Ein Schild in irischem Gälisch - © nordmann

Ein Schild in irischem Gälisch – © nordmann

Irisches Gälisch ist eine indoeuropäische keltische Sprache, die ausschließlich in Irland gesprochen wird.

Es ist die erste Amtssprache der Republik Irland (die gegenüber dem Englischen dominiert) und wurde zudem als regionale Sprache in Nordirland anerkannt.

Darüber hinaus erhielt die Sprache 2005 den Status einer Arbeitssprache der Europäischen Union, was das Irische Gälisch als eine der wichtigsten Sprachen Irlands bestätigt.

Heute sprechen mehr als 70.000 Iren das Gälische im Alltag innerhalb des Gaeltacht, einem Gebiet in Irland, in dem die Bevölkerung bewusst Englisch ablehnt und stattdessen Irisch spricht.

Schätzungen zufolge verfügen etwa 1,8 Millionen Iren über Grundkenntnisse der Sprache, die ihnen in der Schule vermittelt werden (Irisch ist Pflichtfach in allen Schulen der Republik Irland).

Geschichte des Irischen Gälisch

Entstehung des Altirischen und Unterdrückung durch die Briten

Das Book of Kells - Gerhard Huber - cc

Das Book of Kells – Gerhard Huber – cc

Das Altirische entstand um 350 v. Chr. und erlebte seinen Aufschwung im 5. Jahrhundert mit der Christianisierung Irlands durch den Heiligen Patrick. In den Klöstern wurde die Sprache gelehrt, weiterentwickelt und erhielt sogar eine offizielle Grammatik. Diese „Theoretisierung“ des Altirischen ermöglichte eine breitere Verbreitung und Vereinfachung der Sprache, um sie zugänglicher zu machen. Durch verschiedene Entwicklungen entstand das sogenannte „Moderne Irisch“, eine Sprache, die vom Altirischen abstammt und etwa um 1200 aufkam.

Das Moderne Irisch wurde über viele Jahrhunderte von den Iren gesprochen, ohne größere kulturelle Konflikte. Die Situation verschärfte sich jedoch, als England Irland kolonialisierte und die irische Kultur zu unterdrücken begann.

Verantwortlich dafür war Heinrich VIII., König von England, der nach der Kolonisierung Irlands die irische Bevölkerung von ihren landwirtschaftlichen Flächen vertrieb, die Verbreitung der gälischen Kultur verbot und die Nutzung der irischen Sprache streng untersagte. Die Bevölkerung wurde gezwungen, Englisch als Sprache der Kolonisatoren anzunehmen.

Trotz Protesten lernten die Iren Englisch, wollten aber das Irische als ihre Hauptsprache bewahren und sprachen es heimlich weiter, trotz des britischen Verbots.

Leider entvölkerte die Große Hungersnot von 1845 die Regionen, in denen Gälisch am meisten gesprochen wurde, noch weiter. Die Verluste von über einer Million Menschen sowie die Auswanderung vieler Iren in die USA führten zu einem starken Rückgang der Gälischsprecher in Irland.

Maßnahmen gegen das Aussterben der irischen Sprache

Weit mehr als nur eine keltische Sprache ist das Irische Gälisch ein Symbol der irischen Identität. Dieses Symbol galt es unbedingt vor der Anglisierung und dem imperialistischen Drang der Engländer zu bewahren.

Deshalb begann die irische Regierung – damals noch unter britischer Aufsicht – bereits im 20. Jahrhundert eine Politik zur Unterstützung und Wiederbelebung des Gälischen. Diese besondere Verbundenheit mit der Sprache führte 1937 zur Erklärung des Gälischen als erste Amtssprache (Verfassung von 1937) und zur Einführung eines verpflichtenden Irischunterrichts in den Schulen.

Seitdem ist Irisch die erste Amtssprache der Republik Irland. In Nordirland hat die Sprache den Status einer regionalen Sprache.

Trotz dieser Anerkennung ist die irische Sprache weiterhin bedroht, da das Interesse der Iren an ihrer Muttersprache nachlässt. Um dem entgegenzuwirken, bemüht sich der Staat, den Zugang zum Gälischen zu erleichtern.

Folgende Maßnahmen sind besonders hervorzuheben:

  • Medien:
    • Fernsehsender mit gälischsprachigen Programmen: TG4 (Teilifís na Gaeilge 4)
    • Weitere nationale Sender wie RTÉ 1 und RTÉ 2 (Raidió Teilifís Éireann) bieten ebenfalls einige Sendungen auf Irisch an. TV3 hat bisher keine gälischsprachigen Programme.
    • Radiosender: RTÉ Raidió na Gaeltachta, Raidió na Life, Raidió Fáilte (in Belfast)
  • Toponymie:
    • Verkehrsschilder sind zweisprachig in Englisch und Gälisch, um die Zweisprachigkeit zu fördern