Jimmys Hall
Kultur

Jimmys Hall

Irische Filme
Jimmy's Hall - Ken Loach

Jimmys Hall ist ein Film von Ken Loach, der im Jahr 1930 in der irischen Landschaft von Leitrim spielt. Obwohl er weniger eindrucksvoll ist als das unvergessliche „The Wind That Shakes the Barley“, zeichnet dieser neue Film ein Bild von einem verwundeten und gespaltenen Irland, zehn Jahre nach dem verheerenden irischen Unabhängigkeitskrieg und dem kurz darauf ausgebrochenen Bürgerkrieg…

Synopsis von Jimmys Hall

Ein Film basierend auf dem wahren Leben von Jimmy Gralton

Die Geschichte von Jimmys Hall beginnt 1932, als Jimmy Gralton (gespielt von Barry Ward), ein Ire, der zehn Jahre in den USA im Exil verbracht hat, beschließt, in den irischen County Leitrim zurückzukehren. Vor zehn Jahren vertrieben, ist er fest entschlossen, ein geordnetes Leben zu führen und seiner Mutter auf dem Bauernhof zu helfen.

Dort entdeckt er ein neues Irland mit einer neuen Regierung und einer veränderten geopolitischen Aufteilung des Landes. Zudem wird das Dorf, in dem er lebt, von einem besonders strengen Priester überwacht, der jegliche Form von intellektueller oder politischer Meinungsäußerung ablehnt.

Jimmy ist jedoch eine bekannte Persönlichkeit: Seine politisch engagierten Taten von vor zehn Jahren haben ihm viele Sympathien eingebracht, vor allem bei den jungen Leuten im Dorf… Er beschließt, die „Hall“ wieder zu eröffnen, ein kostenloses Jugendzentrum, in dem man sich mit Freunden trifft, um zu tanzen, zu diskutieren, Sport zu treiben oder sogar zu lernen.

Der Erfolg stellt sich schnell ein, und Jimmy gewinnt an Bekanntheit und Einfluss. Doch die fortschrittlichen Ideen des jungen Mannes und seine Schlagfertigkeit stoßen bei den meisten Dorfbewohnern auf Ablehnung: Es entstehen immer größere Spannungen, die schließlich eskalieren…

Unsere Meinung

Eine unvergleichliche Adaption im Vergleich zu The Wind That Shakes the Barley

Ken Loach hat sich mit Jimmys Hall eine große Herausforderung gestellt. Dieser neue Film ist gewissermaßen eine Fortsetzung oder Erweiterung von The Wind That Shakes the Barley, einem Film, der ganz dem Unabhängigkeitskrieg und dem irischen Bürgerkrieg gewidmet ist und bei den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet wurde…

In diesem neuen Werk beschäftigt sich Ken Loach mit den gesellschaftlichen Folgen dieser Kriege zehn Jahre später. Das Ergebnis ist eher bitter, geprägt von Groll, Frustrationen und Machtkämpfen – eine Situation, die Jimmys Hall eindrucksvoll darstellt…

Allerdings wirkt der Film recht blass. Schuld daran sind zahlreiche Längen und teilweise überflüssige Szenen, die immer wieder dieselben Lieblingsthemen von Ken Loach wiederholen: Freiheit, Patriotismus, antiklerikale Kämpfe… Die Botschaften sind bekannt und verlieren durch die ständige Wiederholung an Wirkung.

Schade, denn der Film hatte echtes Potenzial, bleibt letztlich aber nur ein Schatten seiner selbst: eine blasse Kopie von The Wind That Shakes the Barley, ohne echten Geschmack, eher ein Fernsehfilm als ein Kinofilm…