+
Margaret Thatcher war eine britische Politikerin, die von 1979 bis 1990 als Premierministerin des Vereinigten Königreichs amtierte. Sie wurde als „Eiserne Lady“ bekannt und zeichnete sich durch ihre Durchsetzungsfähigkeit sowie radikale konservative Reformen aus. Sie trug maßgeblich zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Landes bei, hinterließ jedoch auch eine umstrittene Bilanz… Besonders ihre Politik gegenüber Irland sorgte international für Empörung, vor allem wegen ihres harten Kurses während der Hungerstreiks der Provisorischen IRA im Jahr 1981.
Margaret Thatcher wurde am 13. Oktober 1925 in Grantham, England, geboren. Sie entstammte einer einfachen Familie und wuchs in einem methodistischen Haushalt auf. Ihr Vater, der zeitweise Bürgermeister der Stadt war, führte sie früh an die Politik heran.
Als gute Schülerin begann Thatcher ein Chemiestudium an der Universität Oxford und arbeitete zunächst in diesem Bereich.
Zwischen 1950 und 1951 versuchte sie erstmals, in der traditionell von der Labour-Partei dominierten Wahlkreis Dartford politisch Fuß zu fassen – ohne Erfolg.
Daraufhin wandte sie sich dem Jurastudium zu und lernte Denis Thatcher kennen, einen wohlhabenden Geschiedenen, den sie im Dezember 1951 heiratete. Sie setzte ihre politischen Ambitionen fort und wurde 1958 als konservative Kandidatin für den Wahlkreis Finchley nominiert. 1959 gewann sie die Wahl und zog ins Unterhaus ein – der Beginn ihrer politischen Karriere.
Bereits 1961 wurde sie Parlamentarische Sekretärin beim Minister für Renten, später Sprecherin des Unterhauses. In den folgenden Jahren übernahm sie verschiedene Ministerposten: 1970 Ministerin für Bildung und Wissenschaft, 1974 Umweltministerin und 1975 Parteivorsitzende. Sie vertrat eine klare anti-kommunistische und anti-sozialistische Haltung und fiel durch markante Positionen auf.
1979 wurde Thatcher Premierministerin – die erste Frau in diesem Amt. Zu dieser Zeit befand sich Großbritannien in einer schweren Wirtschaftskrise. Thatcher setzte auf eine Wende durch die Abkehr von der Labour-Politik und eine Reihe von Privatisierungen. Dennoch sah sie sich mit zahlreichen Streiks konfrontiert, ausgelöst durch die steigende Arbeitslosigkeit in den Bergbaustädten.
Zudem verschärften sich die Spannungen in Nordirland. Der Nordirlandkonflikt eskalierte, Anschläge der IRA nahmen in Großbritannien zu, und Thatcher versuchte, die Gewalt einzudämmen.
1981 wurden Mitglieder der Provisorischen IRA im Gefängnis Maze in Nordirland inhaftiert. Sie forderten, als politische Gefangene anerkannt zu werden, was Thatcher strikt ablehnte. Daraufhin begannen die Gefangenen einen gewaltfreien Protest, indem sie die Gefängnisuniform verweigerten und sich nur mit Decken bedeckten – der sogenannte Blanket Protest, der über vier Jahre andauerte. Es folgte der sogenannte Hygiene-Streik, bei dem die Gefangenen das Gefängnis in einen Zustand extremer Unsauberkeit versetzten (Fäkalien an den Wänden, Urin auf dem Boden, verstreute Essensreste usw.).
Diese Proteste zeigten wenig Wirkung, woraufhin Bobby Sands, einer der Anführer, eine Hungerstreik organisierte. Er erklärte sich bereit, bis zum Tod zu hungern, solange Thatcher ihren Kurs nicht änderte und den politischen Gefangenenstatus nicht anerkannte. Nach seinem Tod folgten weitere Hungerstreiks.
Thatcher blieb jedoch unbeugsam und ließ Bobby Sands sowie neun weitere IRA-Mitglieder qualvoll sterben. Diese Härte machte sie weltweit unbeliebt.
Später gewährte sie den Gefangenen schließlich doch den politischen Status und unterzeichnete die Hillsborough-Abkommen zwischen Irland und dem Vereinigten Königreich. Diese Maßnahmen reichten jedoch nicht aus, um die Gewalt zu beenden.
1990 führte Thatcher eine neue Steuer ein, die breite Empörung auslöste. Es kam zu Unruhen und Streiks. Zudem sorgte ihr Widerstand gegen eine stärkere Einbindung Großbritanniens in Europa für heftige Kontroversen. Innerhalb ihrer eigenen Partei geriet sie zunehmend in die Minderheit, und ihr Minister Geoffrey Howe trat aus Protest zurück.
Michael Heseltine kandidierte als Parteivorsitzender und wurde zu ihrem direkten Herausforderer. Nachdem er die Führung gewann, zog sich Thatcher zurück und trat als Premierministerin zurück.
Seitdem trat die „Eiserne Lady“ nur noch selten öffentlich auf. In den letzten Jahren litt sie an Alzheimer.