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Martin McGuinness (1950-2017) war ein nordirischer Politiker und Mitglied der Sinn Féin. Zu seinen wichtigsten politischen Leistungen zählt, dass er zwischen 1979 und 1982 Chef des Stabs der Provisorischen IRA war und später als Verhandlungsführer der Sinn Féin bei den Karfreitagsabkommen 1998 fungierte.
Martin McGuinness trat 1969 der IRA bei und schloss sich später der Provisorischen IRA (PIRA) an. Bereits 1972, im Alter von 22 Jahren, wurde er zum stellvertretenden Kommandanten im Gebiet Derry ernannt. In dieser Zeit ereignete sich der Bloody Sunday von 1972.
Ein Jahr später wurde er von einem Sondergericht verurteilt, nachdem er in einem Fahrzeug mit über 113 Kilogramm Sprengstoff und mehr als 5000 Schuss Munition entdeckt wurde. Während seines Prozesses bekannte er offen seine Zugehörigkeit zur PIRA: „Wir haben gegen die Ermordung unseres Volkes gekämpft […] Ich bin Mitglied von Óglaigh na hÉireann und sehr stolz darauf!“
Nach seiner Freilassung erhielt McGuinness eine weitere Verurteilung, bevor er 1979 die Leitung des Stabs der PIRA übernahm. Dadurch gewann er an Glaubwürdigkeit und festigte seine Stellung innerhalb der Sinn Féin, der politischen Vertretung der IRA. Er wurde Mitglied der Nordirischen Versammlung für den Wahlkreis Londonderry, verweigerte jedoch – wie alle anderen Sinn Féin- und SDLP-Abgeordneten – die Teilnahme an den Sitzungen.
Am 9. Dezember 1982 wurde ihm, ebenso wie Gerry Adams, die Einreise nach Großbritannien verweigert.
Ab 1996 wurde er Mitglied des Nordirland-Forums und Abgeordneter für den Wahlkreis Mid Ulster im britischen Unterhaus. Anschließend wurde er als Verhandlungsführer der Sinn Féin für die Karfreitagsabkommen benannt.
Bei den Wahlen am 25. Juni wurde McGuinness in die Nordirische Versammlung für den Wahlkreis Foyle gewählt und anschließend zum Bildungsminister im bikonfessionellen Exekutivkomitee ernannt. Allerdings wurde er von diesem Amt suspendiert, nachdem er mehrere umstrittene Entscheidungen getroffen hatte.
Er wurde 2001 erneut ins britische Unterhaus gewählt und 2005 wiedergewählt.
Die St.-Andrews-Abkommen von 2006 sahen Neuwahlen für die Nordirische Versammlung vor. Martin McGuinness wurde zum stellvertretenden Ersten Minister Nordirlands ernannt und begann, eng mit Ian Paisley zusammenzuarbeiten. McGuinness erklärte 2008: „Bis zum 26. März dieses Jahres hatten Ian Paisley und ich nie über irgendetwas gesprochen – nicht einmal über das Wetter – und jetzt arbeiten wir seit sieben Monaten sehr eng zusammen, ohne dass es zu einem Wort des Zorns gekommen ist. Das zeigt, dass wir in einer neuen Ära sind.“
Dieser Fortschritt markierte einen politischen und historischen Wendepunkt in Nordirland…