Philomena
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Philomena - Stephen Frears

Philomena ist ein britisch-irischer Film von Stephen Frears, der die wahre Geschichte von Philomena Lee erzählt, einer Irin, die Opfer der Magdalen Laundry Klöster wurde. Gespielt von der berühmten britischen Schauspielerin Judi Dench (Skyfall), ist der Film bewegend und wirft wichtige Fragen zu einem Skandal auf, der ganz Irland erschütterte. Ein Film, den man nicht verpassen sollte!

Der Film Philomena

Filminhalt

Philomena Lee hält ihren Sohn fest, bevor er zur Adoption weggebracht wird

Philomena Lee hält ihren Sohn fest, bevor er zur Adoption weggebracht wird

Philomena Lee ist 50 Jahre alt, als sie sich entschließt, ihrer Familie ihr schreckliches Geheimnis zu offenbaren. Mit nur 14 Jahren wird sie 1952 im Waschkloster von Roscrea eingesperrt. Ihr Vergehen: Sie hat ein uneheliches Kind nach einem harmlosen Flirt auf einem Jahrmarkt bekommen.

Zu dieser Zeit ist Irland eine zutiefst puritanische Insel, auf der Priester eine enorme Macht über Städte und Dörfer ausüben und bestimmen, wie man ein guter oder schlechter Christ zu sein hat.

Frauen sind die ersten Opfer: Sie werden schnell als Verführerinnen oder Frauen mit schlechtem Ruf abgestempelt. Ohne Gerichtsverfahren werden sie in sogenannte Magdalen Laundry Klöster geschickt – furchterregende Orte, an denen sie gegen ihren Willen eingesperrt, vor Ort entbinden, ihre Kinder weggenommen bekommen und kostenlos arbeiten müssen – oft ein Leben lang!

Philomena Lee wird von den Schwestern des Klosters hart verurteilt und macht keine Ausnahme. Sie wird in ein Waschkloster eingewiesen, bringt schnell ihr Kind zur Welt und arbeitet für die Nonnen. Schlimmer noch: Sie darf ihren Sohn Anthony nur eine Stunde am Tag sehen.

Die Jahre vergehen. Hilflos muss sie mitansehen, wie ihr Sohn im Alter von vier Jahren ohne ihre Zustimmung zur Adoption freigegeben wird. Er wird von einer fremden Familie aufgenommen.

Zerstört denkt sie keinen Tag nicht an ihren Sohn.

Erst 50 Jahre später, nachdem sie das Kloster verlassen konnte, trifft sie auf Martin Sixmith (gespielt von Steve Coogan), einen desillusionierten und zynischen Journalisten, der sich mit ihr auf die Suche nach ihrem verlorenen Sohn macht. Es beginnt eine lange Reise durch Irland und die USA…

Unsere Meinung

Philomena Lee und der Journalist Martin Sixmith

Philomena Lee und der Journalist Martin Sixmith

Philomena ist ein ernster Film, der nicht leichtfertig angesehen werden sollte.

Er behandelt vor allem einen Staats-Skandal, der Irland tief gespalten hat – ein Land, das doch so stark katholisch geprägt und seiner Religion verbunden ist.

Was soll man sagen, wenn man die jahrelangen Gräueltaten in den Magdalen Laundry Klöstern betrachtet? Abscheuliche Taten, die ein ganz anderes Bild der irischen Kirche zeigen, in der die Nonnen wenig Rücksicht auf die Frauen und Kinder nahmen, die gegen ihren Willen in ihre Einrichtungen gebracht wurden – verurteilt zu Misshandlung, Einsperrung, Mangelernährung und der Missachtung ihrer grundlegendsten Bürgerrechte.

Genau deshalb weckt der Film Philomena tief sitzende Wunden. Er erzählt einfühlsam vom Leid einer Mutter auf der Suche nach Wahrheit, die ihre Freiheit, ihr Leben und ihren Sohn verlor – wegen eines vermeintlich ausschweifenden Lebens.

Perfekt verkörpert von Judi Dench, wird Philomena Lee als berührende ältere Dame dargestellt, mit ihrer direkten Art, ihrem Humor, ihrer Vorliebe für den Readers Digest, aber auch mit ihrer Schamhaftigkeit und ihrem unerschütterlichen Glauben an Gott und die Kirche – trotz der erlittenen Ungerechtigkeiten.

Ein Bild, das stark kontrastiert mit dem Journalisten Martin Sixmith (gespielt vom Briten Steve Coogan), der ihr helfen will und sich durch seinen Atheismus, Zynismus und seine Verachtung gegenüber religiösen Institutionen auszeichnet.

Das Duo funktioniert hervorragend und stellt wichtige Fragen: Philomena Lee vergibt der irischen Kirche auf überraschende und kompromisslose Weise für ihre Vergehen, während Martin Sixmith von Groll und Wut gegenüber dem Kloster geprägt ist.

Eine geschickte Gegenüberstellung zweier grundlegender Perspektiven, die auch die aktuellen Debatten im heutigen Irland widerspiegelt – ein Land, das tief gespalten ist in Fragen der Kirche, ihrer Rolle und ihrer Missbräuche. (Zur Erinnerung: Die irische Kirche ist weiterhin von großen Skandalen betroffen, die mit diesen Klöstern, aber auch mit sexuellem Missbrauch und Misshandlungen zusammenhängen. Hunderte von Kinderknochen wurden sogar unter dem Kloster von Tuam gefunden. Eine makabre Entdeckung, die Hass und Empörung in der irischen Bevölkerung auslöste.)

Kurz gesagt, Philomena ist ein großartiger Film, der den Zuschauer direkt anspricht und Glauben, Selbstfindung und die Kraft der Vergebung in den Fokus rückt. Eine wahre Geschichte, die Sie mit Sicherheit berühren wird!