The Magdalene Sisters
Kultur

The Magdalene Sisters

Irische Filme
Une scène du film The Magdalene Sisters

The Magdalene Sisters ist ein Autorenfilm, der seine Handlung im Irland der 1960er Jahre ansiedelt. Ein kraftvoller Film, der die Misshandlungen durch die religiösen Institutionen jener Zeit an jungen Frauen, die als „leichtfertig“ oder subversiv galten, scharf anprangert…

Filminhalt

Wenn Klöster zu echten Gefängnissen werden

Filmplakat - The Magdalene Sisters

Filmplakat – The Magdalene Sisters

Margaret, Rose und Bernadette sind drei junge Frauen, die im Magdalenenkloster ankommen.

Margaret wurde eingesperrt, nachdem sie von ihrem Cousin vergewaltigt wurde, Rose wegen eines unehelichen Kindes, und Bernadette wegen ihrer verführerischen Art gegenüber Männern.

Alle drei gelten in ihren Familien und der gesamten Gesellschaft als „subversiv“. Diese jungen Frauen müssen sich im Kloster rehabilitieren, ihre Fehler sühnen und ein namenloses Martyrium aus Mangelernährung, harter Arbeit, körperlichen Misshandlungen und Schlafentzug durchleben…

Manche überstehen es unversehrt, andere schaffen es nie, dem Kloster zu entkommen, das sie gebrochen hat…

Unsere Einschätzung

Eine scharfe Kritik an Kirche und ihren Missbräuchen

1960 wurden Zehntausende irischer Frauen in Klöstern eingesperrt, wegen ihrer angeblich subversiven Vergangenheit, unter der religiösen Autorität der Nonnen. Ihre Hauptaufgaben bestanden darin, die Wäsche der umliegenden Dörfer zu waschen, das Kloster sauber zu halten und zu Gott für ihre sündige Vergangenheit zu beten.

Das alles geschah unentgeltlich in einer fast schon gefängnisähnlichen Umgebung, in der es an Nahrung mangelte.

In der Wäscherei werdet ihr eure Seelen erlösen.

So versichert es im Film die Oberin, eine grausame, autoritäre Figur, die nicht nur radikale Mittel zur Durchsetzung ihrer Befehle einsetzt, sondern auch abscheuliche körperliche Misshandlungen. Historisch gesehen ermöglichten die Tätigkeiten dieser „Gefangenen“ den Klöstern, sich zu bereichern, indem sie von einer kostenlosen Arbeitskraft profitierten, die lediglich ernährt werden musste.

Die Haftdauer dieser jungen Frauen war unbestimmt, viele verbrachten ihr ganzes Leben in diesen Klöstern bis zu ihrem Tod. Einige wenige nahmen schließlich das Ordenskleid an und wurden dauerhaft Nonnen.

Das Bild eines extrem puritanischen Irlands

Der Film The Magdalene Sisters prangert auf brutale Weise die kirchlichen Missbräuche jener Zeit sowie deren Einfluss auf die gesamte Gesellschaft an… Irland, ein zutiefst religiöses Land, unterwarf sich einer strengen Reihe von Regeln, um die „guten Sitten“ der Zeit zu wahren. Uneheliche Schwangerschaften oder verführerisches Verhalten von Frauen gegenüber Männern wurden von der Gesellschaft, angefangen bei den betroffenen Familien, streng bestraft…

Besonders harte Szenen zeigen wütende Väter und Mütter, die ihre Töchter verleugnen, schlagen, beschimpfen und sie in die Magdalenen-Gefängnisse abschieben, wo die Nonnen offenbar erfreut sind, diese jungen Frauen nach Belieben unterwerfen zu können…

The Magdalene Sisters ist ein Film, der stark auf unsere Gefühle wirkt. Es fällt schwer, nicht entsetzt zu reagieren angesichts der kirchlichen Missbräuche und des Elends dieser modernen Sklavinnen, die in Wahrheit niemandem etwas Böses getan haben…

Mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet, zeichnet Peter Mullan hier das Bild dieser Kloster-Wäschereien, echte Gefängnisse, in denen die Einsperrung eine Folter ist, der sich jede irgendwann ergibt… Zwischen Wahnsinn und dem verzweifelten Wunsch zu entkommen, ist die Grenze dann nicht mehr weit…

In diesem Rahmen zeigen die Schauspielerinnen ihr ganzes Können mit einer zurückhaltenden und realistischen Darstellung, die uns regelrecht an den Film fesselt. Hochwertiges Autorenkino also, auch wenn man dem Film einige unnötige Längen und teils zu schwarz-weiß gezeichnete Bilder vorwerfen kann.