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Der Vertrag von London ist ein anglo-irischer Vertrag, der am 6. Dezember 1921 unterzeichnet wurde und das Ende des irischen Unabhängigkeitskriegs ermöglichte. Mit der Unterzeichnung dieses Dokuments erhielt der Süden Irlands die offizielle Erlaubnis, den Irischen Freistaat zu gründen. Im Gegenzug musste der Freistaat der britischen Krone die Treue schwören und Nordirland an England abtreten. Dieser Vertrag wurde von irischen Nationalisten sowohl begrüßt als auch heftig kritisiert… Ein Rückblick auf diesen Vertrag, der Irland so prägte, wie wir es heute kennen.

Big Ben in England – Tim Benedict Pou – cc
Nach Jahrhunderten britischer Besatzung versuchten die Iren bereits 1916 mit dem Osteraufstand erneut, sich gegen die Engländer zu erheben.
Trotz des schweren Scheiterns dieses Aufstands entschieden sich die Iren für Guerillakämpfe, angeführt von Michael Collins, einem irischen Nationalisten und strategischen Kopf, der die britische Regierung einschüchtern und ihre Vorherrschaft über Irland beenden wollte.
Nach mehreren Jahren voller Kämpfe, politischer Spannungen und Gewalt musste die britische Regierung erkennen, dass dieser Unabhängigkeitskrieg ein finanzielles Desaster war und immer mehr Iren sich dem Nationalismus zuwandten.
Erschöpft von diesem endlosen Konflikt forderte David Lloyd George, damals britischer Premierminister, Éamon de Valera, Präsident der Irischen Republik, zu einem Waffenstillstand auf. Es war an der Zeit, auf neuen Grundlagen eine Einigung zu erzielen. De Valera entsandte Michael Collins und Arthur Griffith nach London, um einen Vertrag auszuhandeln, der heute als Vertrag von London bekannt ist.
Der Vertrag von London regelte folgende Punkte:
Der Vertrag wurde am 6. Dezember 1921 unterzeichnet, stieß jedoch im Dáil Éireann auf heftigen Widerstand und spaltete die Versammlung in Pro- und Anti-Vertragsgruppen. Die Meinungsverschiedenheiten waren so tiefgreifend, dass sie schnell in einen irischen Bürgerkrieg (1922–1924) mündeten, bei dem über 4.000 Iren ums Leben kamen.
Erst 1931 hob der Westminster-Status einige Vertragsbestimmungen auf, darunter den Dominion-Status des Irischen Freistaats. Von da an wurde Irland eine unabhängige und autonome Republik, frei von britischen Eingriffen.
In den 1930er Jahren wurden nach und nach die meisten Vertragsbestimmungen außer der Teilung der Insel aufgehoben.
Bis heute besteht die Teilung Irlands fort und ist weiterhin eine Quelle erheblicher politischer Spannungen.