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Die 90er Jahre, geprägt von einer Mischung aus Auflehnung, Fragen und Hoffnungen, brachten eine Vielzahl von Hits hervor. Doch nur wenige haben so sehr Eindruck hinterlassen wie „Zombie“ der Cranberries. Ein Rückblick auf diesen Song, der zweifellos zur Hymne einer Generation wurde… Ein Symbol eines Landes, das es ermöglichte, die damalige Situation in Nordirland aus einem neuen Blickwinkel zu beleuchten.

Dolores O’Riordan – Alterna2 – cc
Irland, ein Land voller Legenden und Geschichten, war auch Schauplatz eines blutigen Konflikts: die Troubles in Nordirland. Als 1993 bei einem Anschlag in Warrington zwei Kinder durch die Provisorische Irisch-Republikanische Armee in einem Einkaufszentrum getötet wurden, fühlte Dolores O’Riordan, die charismatische Sängerin der Band, den dringenden Wunsch zu reagieren und die Welt auf das aufmerksam zu machen, was auf ihrer Insel geschah.
Und was wäre besser geeignet gewesen als Musik?
Das Stück beginnt mit ätherischen, fast sanften Tönen, bevor die E-Gitarre schwer und dominant einsetzt – ungewöhnliche Klänge für die Band.
Diese Dualität aus Sanftheit und Kraft spiegelt perfekt die Spannung zwischen der Unschuld der Opfer und der Gewalt des Konflikts wider.
„Another head hangs lowly / Child is slowly taken“. Schon die ersten Worte machen die Tragödie spürbar. Doch der Refrain, „Zombie, zombie, zombie“, geht weit über einen einfachen Gesang hinaus: Er beschreibt verlorene Seelen, gefangen in einem Konflikt, der sie übersteigt, wie Untote.

Die Band Cranberries
Es ist schwer, über „Zombie“ zu sprechen, ohne das Musikvideo zu erwähnen, in dem eine goldene Dolores mit geschlossenen Augen stolz vor einem keltischen Kreuz steht, während Kinder in einer zerstörten Landschaft spielen. Eine starke Bildsprache, die die Anti-Kriegs-Botschaft des Songs unterstreicht.
Das 1995 gedrehte Video sorgte für großes Aufsehen bei Musikfans. Es zeigt Kinder, die Härte der nordirischen Straßen, ständig patrouillierende Soldaten… und endet mit einer Szene, in der Dolores O’Riordan zur Ikone wird, die eine Allegorie auf das Martyrium des Heiligen Sebastian darstellt.
Starke, engagierte Bilder, die die geopferte nordirische Jugend zeigen. Der Hit fand nicht nur im Land selbst, sondern auch international großen Widerhall.