Irland besteht aus zweiunddreißig Grafschaften, die sich auf die Republik Irland und Nordirland verteilen. Für ausländische Besucher mögen diese Verwaltungsgrenzen eher nebensächlich erscheinen. Doch für die Iren ist die Zugehörigkeit zu ihrer Grafschaft oft ein wesentlicher Teil ihrer Identität.
In Cork sagt man gerne, die Grafschaft sollte eine unabhängige Republik sein. In Dublin werden manche Bewohner beschuldigt, sich für das Zentrum der Welt zu halten. Im Kerry nehmen sportliche Rivalitäten mitunter fast religiöse Züge an.
Diese Gegensätze bleiben meist freundschaftlich, nehmen aber einen wichtigen Platz in der irischen Kultur ein – besonders durch die gälischen Sportarten.
Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern identifizieren sich die Iren oft zuerst mit ihrer Grafschaft, noch vor ihrer Region.
Sport, lokale Geschichte, Dialekte, Traditionen und manchmal sogar die Küche stärken dieses Zugehörigkeitsgefühl.
Die von der GAA organisierten Wettbewerbe im Gaelic Football und Hurling spielen eine zentrale Rolle bei diesen Rivalitäten.
Wenn eine Grafschaft gegen die Nachbarregion antritt, mobilisiert das oft eine ganze Bevölkerung.
Keine Rivalität ist so verbreitet wie die zwischen Dublin und dem Rest des Landes.
Die Hauptstadt konzentriert:
Viele Bewohner anderer Grafschaften sehen Dublin manchmal als eine eigene Welt.
Dubliner werden gelegentlich als privilegiert oder als nicht verständnisvoll gegenüber dem ländlichen Irland wahrgenommen.
Die Dubliner wiederum machen oft Scherze über die Menschen „jenseits des Pale“, der historischen Grenze rund um Dublin.
In Cork hört man oft den Witz:
„Cork ist die wahre Hauptstadt Irlands.“
Die Grafschaft Cork hat eine sehr starke Identität. Ihre Bewohner nennen ihr Gebiet manchmal „The People’s Republic of Cork“.
Diese Rivalität mit Dublin betrifft:
Die Menschen in Cork betonen oft ihren unabhängigen Geist und ihren besonderen Charakter.
Im Südwesten des Landes ist die Rivalität zwischen Kerry und Cork eine der bekanntesten.
Beide Grafschaften verfügen über eine beeindruckende Bilanz im Gaelic Football.
Die Begegnungen ziehen große Menschenmengen an und Gespräche darüber können Wochen andauern.
Diese Rivalität bleibt überwiegend sportlich, nährt aber auch ein starkes lokales Zugehörigkeitsgefühl.
Die Nachbarn im Connacht pflegen seit langem eine freundschaftliche Rivalität.
Sie zeigt sich besonders in:
Die Fans beider Seiten erleben jede Begegnung mit großer Leidenschaft.
Für Hurling-Fans gibt es kaum eine größere Rivalität als die zwischen Kilkenny und Tipperary.
Diese beiden Grafschaften gehören zu den stärksten Kräften in diesem traditionellen Sport.
Finalspiele zwischen den Teams zählen zu den wichtigsten nationalen Sportereignissen.
Nachbargrafschaften pflegen oft natürliche Rivalitäten.
Limerick und Clare teilen eine Grenze, gemeinsame Traditionen und eine lange sportliche Geschichte.
Hurling spielt hier eine zentrale Rolle.
Jede Begegnung sorgt für Gesprächsstoff in den Pubs auf beiden Seiten des Shannon.
Jede Grafschaft hat ihre Klischees:
Diese Scherze sind Teil des nationalen Folklore und bleiben meist harmlos.
Die Gaelic Athletic Association, kurz GAA, spielt eine entscheidende Rolle.
Jede Grafschaft hat ihre Farben, Teams und Fans.
Gaelic Football- und Hurling-Spiele stärken das Zugehörigkeitsgefühl.
Ein Fan unterstützt meist sein ganzes Leben lang seine Grafschaft.
An Finaltagen schmücken sich die Städte mit Fahnen, und Gespräche drehen sich ausschließlich um das Spiel.
Im Gegensatz zu manch anderen regionalen Rivalitäten in Europa bleiben die Gegensätze zwischen irischen Grafschaften überwiegend freundlich.
Sie fördern Humor, Gespräche in den Pubs und die Verbundenheit mit lokalen Traditionen.
Für Reisende bieten sie zudem eine großartige Gelegenheit, die kulturelle Vielfalt Irlands kennenzulernen.
Denn hinter den Landschaften und Sehenswürdigkeiten hat jede Grafschaft ihre eigene Persönlichkeit, ihren Stolz, ihre Dialekte und Geschichten.
Und einen Einheimischen zu fragen, welche Grafschaft die beste in Irland ist, ist oft der beste Weg, ein Gespräch zu beginnen.