POLITIK – Die Nachricht ist seit diesem Montag offiziell: Peter Robinson hat sein Amt als Premierminister von Nordirland offiziell niedergelegt und übergibt den Posten an Arlene Foster, ehemalige Finanzministerin und neue Vorsitzende der DUP.
Es ist eine Premiere in der Geschichte Nordirlands: Noch nie zuvor hatte eine Frau dieses Amt in der Provinz inne! Ein großer Schritt, auf den die junge Frau stolz ist. Doch nun richten sich alle Blicke mit großen Erwartungen und Hoffnungen auf sie.
„Ich bin sehr stolz, die erste Frau zu sein, die seit der Gründung Nordirlands vor fast einem Jahrhundert ein solches Amt bekleidet“, soll sie erklärt haben.
Diese Ernennung bedeutet eine echte Zäsur für Nordirland: Die 45-jährige Mutter von drei Kindern wird nun anpacken müssen, um sich dem schwierigen Thema des noch immer belasteten nordirischen Konflikts zu widmen. Zwar hat der 1998 unterzeichnete Friedensprozess die Spannungen deutlich gemildert, doch Nachwirkungen bedrohen die Regierung gelegentlich weiterhin.
Die jüngsten Vorfälle ereigneten sich im Herbst 2015: Peter Robinson und seine Regierung durchlebten eine schwere politische Krise. Sie warfen der IRA vor, weiterhin aktiv zu sein, obwohl diese den Friedensprozess bereits 17 Jahre zuvor unterzeichnet hatte. Diese schweren Anschuldigungen brachten das Verhältnis zwischen der DUP und der republikanischen Sinn Féin-Partei, die angeblich noch enge Verbindungen zur IRA pflegt, gefährlich ins Wanken.
Peter Robinson hatte sich sogar für einige Wochen aus der Politik zurückgezogen, um Arlene Foster, die bereits als dauerhafte Nachfolgerin des nordirischen Premierministers gehandelt wurde, die Übergangszeit zu überlassen.
Mitte November wurde schließlich eine Einigung zwischen der DUP und der republikanischen Partei Sinn Féin erzielt. Diese sieht vor, die nordirischen paramilitärischen Gruppen schrittweise aufzulösen und ihren Einfluss auf die Bevölkerung zu beenden. Eine enorme Aufgabe wartet also auf Premierministerin Arlene Foster…
