Brexit: Irland könnte steigende Guinness-Preise und Kartoffelknappheit erleben
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Brexit: Irland könnte steigende Guinness-Preise und Kartoffelknappheit erleben

Irland und Nordirland – erste Kollateralschäden eines No-Deals?

Fish and Chips und ein Pint Guinness in Galway - Wayne Thume - cc

Der Brexit rückt näher, und die Verhandlungen in Brüssel stocken weiterhin. Die Aussicht auf einen No-Deal ist so real wie nie zuvor, und Irland könnte die Folgen eines ungeregelten Brexits zu spüren bekommen. Besonders betroffen wäre der Zugang zu bestimmten Produkten: So könnte der Insel der Smaragd die Einfuhr britischer Kartoffeln verweigert werden – und der Preis für Guinness könnte steigen, da der Transport über Nordirland erfolgt. Hier die Hintergründe.

Handelsbeziehungen stark von einem No-Deal betroffen

Die Iren bereiten sich auf wirtschaftliche Einbußen vor

Werden irische Fish-and-Chips-Restaurants bald auf ihre berühmten Pommes verzichten müssen? So absurd die Frage klingt, sie könnte nach einem harten Brexit Realität werden. Zur Information: Irland bezieht den Großteil seiner Kartoffeln aus Großbritannien, da die heimische Produktion den nationalen Bedarf nicht decken kann.

Ohne eine Einigung zwischen der EU und Großbritannien könnten strengere Zollbestimmungen eingeführt werden, die die Einfuhr bestimmter Produkte aus England erschweren – und die Kartoffel ist leider nicht das einzige betroffene Produkt.

Auch der Guinness-Preis könnte in Irland und anderen europäischen Ländern deutlich steigen. Der Grund: Obwohl Guinness in der Republik Irland gebraut wird, erfolgt die Abfüllung derzeit in Nordirland. Das bedeutet, dass Tausende LKWs zwischen beiden Gebieten pendeln müssen, um die Produktion des Guinness-Imperiums sicherzustellen.

Ein harter Brexit droht nun, eine physische und wirtschaftliche Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland zu errichten. Dies würde umfangreiche Zollkontrollen und zusätzliche Kosten für die Tanklastwagen mit sich bringen, die Guinness von Dublin nach Belfast und zurück transportieren.

Die längeren Kontrollzeiten könnten zu erheblichen Verlusten führen, falls die Brauerei Guinness ihre Preise nicht anpasst.

Die Lage ist komplex und betrifft auch andere ähnliche Produkte. Derzeit wartet Nordirland besorgt auf die Entwicklungen. Als regelrechter Geiselnehmer des Brexits könnte Nordirland die erste wirtschaftliche Opfer eines No-Deals werden, dicht gefolgt von der Republik Irland, die bislang viele Handelsbeziehungen mit Großbritannien pflegte.

Eine Antwort wird in den kommenden Wochen erwartet.