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Irish Pubs, wie sie vor Ort genannt werden, sind weit mehr als nur Orte, um ein Pint zu genießen. Sie sind das pulsierende Herz der Gemeinschaften – Treffpunkte, an denen irische Traditionen, Kultur und Geschichte täglich gefeiert werden. Um das Erlebnis eines Irish Pubs wirklich zu verstehen, ist es wichtig, die jahrhundertealten Gepflogenheiten zu kennen. Entdecken wir einige davon.

Die Bestellung erfolgt immer an der Theke im Irish Pub in Irland – © James Fennell
Die wichtigste Regel zuerst: In einem Irish Pub wird immer an der Theke bestellt. Setzen Sie sich also nicht einfach an einen Tisch und warten darauf, dass jemand Ihre Bestellung aufnimmt – in Irland läuft alles an der Bar ab.
Bevor Sie zur Theke gehen, sollten Sie wissen, was Sie bestellen möchten. Gerade zu Stoßzeiten kann es in Irish Pubs sehr geschäftig zugehen.
Die Barkeeper sind für ihre Schnelligkeit und Effizienz bekannt und bedienen oft mehrere Gäste gleichzeitig. Wer vorbereitet ist, erleichtert ihnen die Arbeit und zeigt Respekt gegenüber dem Personal und den anderen Gästen.
Unentschlossenheit oder ständiges Wechseln der Bestellung kann den Ablauf verzögern und für unnötigen Stau sorgen – und das kann den Barkeeper durchaus verärgern!
Die Interaktion zwischen Gast und Barkeeper ist meist kurz, aber herzlich. Ein Nicken, ein Lächeln und eine klare Bestellung reichen oft, um einen freundlichen Kontakt herzustellen. Irische Barkeeper sind für ihr gutes Gedächtnis bekannt und erkennen Stammgäste schnell wieder. Wer souverän und freundlich bestellt, legt den Grundstein für eine angenehme Beziehung bei künftigen Besuchen.

Sláinte – © Failte Ireland
„Sláinte“ ist das gälische Wort für „Gesundheit“. Wenn Iren ihr Glas heben, ist das ein Zeichen von Freundschaft, Wohlwollen und Gemeinschaftssinn.
Im Irish Pub feiert dieser Trinkspruch nicht nur das Getränk, sondern auch die Gesellschaft, mit der man es teilt. Hören Sie „Sláinte“ im Pub, heben Sie Ihr Glas – das wird als Zeichen des Respekts und der Zugehörigkeit verstanden.
Die Aussprache ist für Nicht-Iren vielleicht ungewohnt: Sláinte spricht man etwa SLAWN-tscha aus.
Es lohnt sich, sich die Aussprache von Muttersprachlern anzuhören oder online nach Hörbeispielen zu suchen. Aber keine Sorge: Sagen Sie „SLAWN-tscha“ im Pub, werden die Einheimischen Ihren Versuch schätzen!

Eine traditionelle Musiksession in einem Irish Pub in Belfast – © 2023 Rob Durston, All Rights Reserved
Musik ist die Seele Irlands. In vielen Pubs sind Trad Sessions keine klassischen Konzerte, sondern spontane, gesellige Treffen.
Musiker kommen oft einfach mit ihren traditionellen Instrumenten vorbei und beginnen zu spielen. Diese Sessions verkörpern das Herz der irischen Kultur, wo alte Melodien und neue Improvisationen aufeinandertreffen.
Hier erleben Sie irische Klassiker wie „Dirty Old Town“, „Whiskey in the Jar“ und viele mehr – meist gespielt von Musikern, die entspannt am Tisch sitzen und ein Pint genießen.
Typische Instrumente wie Bodhrán, Uilleann Pipes, Irish Bouzouki, Fiddle oder Tin Whistle sorgen für den unverwechselbaren Klang der irischen Musik!

Bier- und Cider-Zapfanlagen – Gina – cc
Eine Runde auszugeben ist in Irland nicht nur großzügig, sondern ein Zeichen der Zugehörigkeit zur Gruppe. Es stärkt das Gemeinschaftsgefühl – einen der Grundwerte der irischen Kultur.
Wer eine Runde ablehnt, lehnt damit auch ein Stück Gemeinschaft ab.
Doch es gibt Regeln: Jeder muss mitmachen! Wer sich vor seiner eigenen Runde aus dem Staub macht, macht sich unbeliebt.
Außerdem sollte man seine Bestellung nicht ständig ändern: Es wäre unfair, wenn Sie bei Ihrer Runde ein günstiges Pint nehmen, aber bei den anderen eine teurere Spirituose bestellen. Das kommt bei den Iren gar nicht gut an!

Guinness Original Extra Stout – © venge
Eine Guinness zu zapfen ist eine Zeremonie für sich. Kenner sagen, dass es mehr als 119,5 Sekunden dauert, bis ein Barkeeper ein Guinness nach allen Regeln der Kunst serviert!
Sie brauchen also etwas Geduld, bevor Sie den ersten Schluck nehmen dürfen.
Zuerst wird das Glas im 45-Grad-Winkel etwa zu drei Vierteln gefüllt. Dann muss das Bier ruhen, damit sich der Schaum setzen kann.
Erst danach wird das Glas ganz aufgefüllt – so entsteht die perfekte Schaumkrone. Dabei entsteht der berühmte Guinness Cascade-Effekt: Die Bläschen steigen an der Glaswand auf, das Bier wechselt von hellem Braun zu tiefem Schwarz.
Dieses Ritual ist nicht nur Show – es sorgt dafür, dass jedes Pint Guinness optimal schmeckt.
Also: Geduld! Die Iren sehen es nicht gern, wenn Besucher ihr Pint sofort stürzen.

Eine traditionelle Musiksession in einem Irish Pub – © Stephen Power – Tourism Ireland
Einer der größten Reize irischer Pubs ist ihre Fähigkeit, ein Rückzugsort vom Trubel der Außenwelt zu sein. Ruhe wird geschätzt, das Gespräch steht im Mittelpunkt.
Hier können Menschen ohne die Ablenkungen moderner Technik miteinander ins Gespräch kommen.
Der Kontakt ist unkompliziert: Es ist ganz normal, dass ein Ire ein Gespräch mit Fremden beginnt. Das ist die perfekte Gelegenheit, neue Freundschaften zu schließen, irischen Humor und Lebensweisheit kennenzulernen und Geheimtipps zu erhalten, die in keinem Reiseführer stehen.
Wer Irland wirklich kennenlernen will, sollte mit den Einheimischen ins Gespräch kommen!

Hurling – Johnno100 – cc
Viele Irish Pubs pflegen traditionelle Spiele, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und für Unterhaltung zu sorgen. Das Ring Board, ähnlich wie Darts, ist ein beliebtes Spiel, bei dem Gummiringe auf Haken geworfen werden.
So kann man sich spielerisch messen – immer mit einer Prise irischem Humor.
Oft werden in den Pubs auch Live-Übertragungen typisch irischer Sportarten gezeigt:
Hurling, Camogie, Gaelic Football …
Setzen Sie sich dazu und fragen Sie nach den Regeln – die Iren erklären sie Ihnen gern. Sie werden sehen: Man fiebert schnell mit!

Ein Irish Pub ist ein Ort voller Geschichte und Begegnungen – © Failte Ireland
Jeder Irish Pub ist ein Geschichtsbuch. Die Wände, oft geschmückt mit Fotos, Artikeln und Erinnerungsstücken, erzählen von Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten Geschichte.
Im Gespräch mit Stammgästen oder dem Besitzer erfährt man oft faszinierende Anekdoten, Geschichten aus der irischen Revolution, Spukgeschichten oder Erzählungen über berühmte Persönlichkeiten, die hier schon zu Gast waren.
Die Iren sind großartige Geschichtenerzähler. Fragen Sie ruhig nach – wenn ein Ire zu erzählen beginnt, wird es garantiert spannend!

Ein Guinness mit Bierdeckel – © DenisMArt
Eine typische Szene: Sie betreten einen vollen Pub und entdecken einen scheinbar freien Tisch – doch auf den vollen Gläsern liegen Bierdeckel …
Setzen Sie sich nicht einfach dazu! Der Tisch ist besetzt, auch wenn die Gäste gerade nicht da sind.
In Irland gilt: Ein Bierdeckel auf einem vollen Pint zeigt an, dass der Platz reserviert ist – die Gäste sind nur kurz draußen oder auf der Toilette.
Suchen Sie sich also einen anderen Tisch – einen ohne Gläser und Bierdeckel!

Ein Barkeeper serviert ein Getränk im Irish Pub – Nejron
In irischen Pubs ist Trinkgeld nicht verpflichtend, aber gern gesehen. Anders als in anderen Ländern, wo Trinkgeld fast Pflicht ist, gilt es in Irland als nette Geste. Wer besonders guten Service erlebt hat, kann sich mit einem kleinen Trinkgeld bedanken.
Wie viel ist üblich?
Wenn Sie Trinkgeld geben möchten, sind 10–15 % der Rechnung großzügig. In vielen Pubs, vor allem außerhalb der Städte, reicht aber auch eine zusätzliche Runde für das Personal oder ein kleiner Betrag auf dem Tisch.
Vermeiden Sie es, direkt bei der Bestellung an der Theke Trinkgeld zu geben. In Irish Pubs wird das nicht erwartet – und wenn Sie es doch tun, reagieren Barkeeper oft mit einem freundlichen Lächeln oder lehnen höflich ab.
In manchen Pubs, besonders wenn auch Essen serviert wird, ist eine „Service Charge“ (Bedienungszuschlag) bereits auf der Rechnung enthalten. Dann ist kein weiteres Trinkgeld nötig – es sei denn, Sie möchten es ausdrücklich.
Der Missbrauch von Alkohol ist gefährlich für die Gesundheit. In Maßen konsumieren.