In Irland: Zwölf an einem Strand gestrandete Delfine dank eines beeindruckenden Einsatzes gerettet
Aktuelles aus Irland

In Irland: Zwölf an einem Strand gestrandete Delfine dank eines beeindruckenden Einsatzes gerettet

von Gwen LE COINTRE
Des dauphins en Irlande - Go to Ireland.com

In Irland wurde ein beeindruckender Einsatz organisiert, um Delfinen zu helfen, die an einem Strand in Kerry gestrandet waren. Einwohner, Touristen und Rettungskräfte bündelten ihre Kräfte: Zwölf Tiere konnten schließlich ins Meer zurückkehren.

An einem Strand im Westen Kerrys hat sich nach der Massenstrandung Gemeiner Delfine eine große Hilfsaktion organisiert. Einwohner, Touristen, Fachleute und Gardaí setzten sich dafür ein, die überlebenden Tiere zurück ins Wasser zu bringen. Insgesamt konnten zwölf Delfine ins Meer zurückkehren. Neun weitere überlebten leider nicht.

Delfine stranden an einem Strand auf der Dingle-Halbinsel

Rettungsaktion unter Zeitdruck

Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch, dem 12. August 2026, in Trá na Feothanaí in der Region Corca Dhuibhne im Westen des Countys Kerry. Bei den Tieren handelte es sich um Gemeine Delfine (Delphinus delphis), eine Art, die in irischen Gewässern vorkommt.

Nach der Alarmierung trafen rasch Menschen ein, die den Tieren helfen konnten. An der Aktion beteiligten sich unter anderem Mitglieder der Irish Whale and Dolphin Group (IWDG), Einwohner, Touristen und Gardaí.

Die Situation war besonders heikel. Mehrere Delfine waren bereits tot, als die Helfer eintrafen, während die noch lebenden Tiere vorsichtig behandelt und in einer geeigneten Position gehalten werden mussten.

Mithilfe von Tragen und dank des Einsatzes zahlreicher Menschen konnten zunächst acht Delfine in ausreichend tiefes Wasser gebracht werden, um wieder Auftrieb zu erhalten. Anschließend orientierten sie sich aufs offene Meer und begannen, in die richtige Richtung zu schwimmen.

Vier weitere Tiere waren während des Einsatzes bereits wieder ins Wasser gebracht worden, sodass sich die Zahl der geretteten Delfine auf zwölf erhöhte. Die Anwesenden überwachten das Gebiet weiter, um sicherzustellen, dass die Tiere nicht erneut strandeten. Nach den im Anschluss an die Aktion veröffentlichten Informationen waren sie nicht wieder am Strand gesehen worden. Neun Delfine starben hingegen bei dieser Strandung.

Warum gelangten so viele Delfine an den Strand?

Meerestiere, die nahe der Küste in eine Falle geraten können

Die Gründe für eine Massenstrandung lassen sich nur selten mit Sicherheit feststellen. Krankheiten, Orientierungslosigkeit, das Unterwasserrelief, die Gezeiten, Umweltbedingungen oder auch das Verhalten der Gruppe können eine Rolle spielen.

Im Fall von Kerry nennen Fachleute unter anderem die Nahrungssuche als mögliche Erklärung. Anders als der Große Tümmler, der häufig in Küstengewässern beobachtet wird, ist der Gemeine Delfin stärker mit Gewässern auf hoher See verbunden.

Diese Tiere können jedoch Fischschwärmen bis in deutlich flachere Bereiche folgen. Ein Strand mit Sandbänken und ablaufendem Wasser kann dann zur Falle werden: Die Delfine verfolgen ihre Beute, das Wasser zieht sich zurück und ihr Weg zurück aufs offene Meer wird abgeschnitten.

Die IWDG weist allgemein darauf hin, dass eine Lebendstrandung verschiedene Ursachen haben kann. Die Organisation nennt unter anderem den Gesundheitszustand und das Alter des Tieres, den starken sozialen Zusammenhalt von Walen und Delfinen, Navigationsfehler, Umweltfaktoren, die Nahrungssuche oder bestimmte menschliche Aktivitäten.

Dieser soziale Zusammenhalt ist bei Delfinen besonders ausgeprägt. Ein Tier in Not kann daher von anderen Mitgliedern seiner Gruppe begleitet werden, was mitunter dazu beiträgt, dass aus der Strandung eines einzelnen Tieres eine Massenstrandung wird.

Was ist zu tun, wenn Sie in Irland einen gestrandeten Delfin entdecken?

Versuchen Sie nicht, das Tier selbst zurück ins Wasser zu bringen

Wer an einem irischen Strand einen lebenden Delfin, Schweinswal oder Wal entdeckt, möchte das Tier möglicherweise sofort zurück ins Meer schieben. Genau das sollte jedoch nicht ohne die Anleitung geschulter Personen geschehen.

Die Irish Whale and Dolphin Group empfiehlt, ihr auf Strandungen spezialisiertes Netzwerk unverzüglich zu informieren. Für ein lebendes Tier ist die Live Stranding Hotline unter 097 28118 erreichbar.

Bis die Helfer eintreffen, sollte man Abstand halten, Hunde fernhalten und Lärm oder Unruhe in der Nähe des Wals oder Delfins vermeiden. Ein Foto oder kurzes Video aus der Distanz sowie die genaue GPS-Position helfen Fachleuten zudem, die Situation schneller einzuschätzen.

Ein Delfin darf niemals an der Flosse oder am Schwanz gezogen werden. Um ein so schweres Tier zu bewegen, sind geeignete Ausrüstung und eine präzise Technik erforderlich. Eine falsche Handhabung kann sowohl beim Delfin als auch bei den Menschen, die ihm helfen wollen, zusätzliche Verletzungen verursachen.

Kerry, eine besondere Region zur Beobachtung von Walen und Delfinen

Regelmäßig Delfine vor der Dingle-Halbinsel

Dieses Ereignis erinnert auch an den außergewöhnlichen Reichtum der Gewässer rund um den Westen Irlands. Kerry und insbesondere die Dingle-Halbinsel sind für Reisende mit Interesse an Meerestieren eine besonders interessante Region.

Gemeine Delfine, Große Tümmler, Schweinswale und verschiedene Walarten können je nach Gebiet und Jahreszeit in irischen Gewässern vorkommen. Ihre Anwesenheit ist selbstverständlich nie garantiert: Es handelt sich um Wildtiere, die sich abhängig vom Nahrungsangebot und den Bedingungen auf See frei bewegen.

Die Beobachtung sollte daher stets respektvoll erfolgen. Auf dem Meer ist es besser, einen begleiteten Ausflug zu wählen und jeden Versuch zu vermeiden, die Tiere zu verfolgen oder sich ihnen absichtlich zu sehr zu nähern.

Die Rettung in Trá na Feothanaí zeigt schließlich, wie wichtig die Reaktion der anwesenden Menschen sein kann. In einer solchen Situation bedeutet Helfen nicht unbedingt, ins Wasser zu gehen: Schnell Alarm zu schlagen und den Anweisungen der Fachleute zu folgen, ist bereits die beste Möglichkeit, den Tieren eine Chance zu geben.

Quelle: Informationen, veröffentlicht von der Irish Whale and Dolphin Group sowie von den irischen Medien RTÉ, The Journal und Irish Examiner am 13. und 14. August 2026.