Wer hätte gedacht, dass der Begriff „Boykott“ aus einem sozialen Ereignis in Irland stammt? Charles Cunningham Boycott (1832–1897), ein englischer Verwalter (ehemaliger Soldat Ihrer Majestät) in Irland im County Erne, wurde 1879 Opfer einer Massenbewegung der ländlichen Bevölkerung, die das Prinzip anwandte, das später seinen Namen tragen sollte: die Einstellung jeglicher persönlicher, wirtschaftlicher und beruflicher Beziehungen.

Die Große Irische Hungersnot – Gemeinfrei
Nach reiflicher Überlegung lädt der Eigentümer seine Mieter ein und teilt ihnen seine Antwort mit: ein entschiedenes und endgültiges Nein. Er weigert sich, die Mieten zu senken, da er sich in dieser Angelegenheit benachteiligt fühlt.
Sehr schnell schließen sich die zahlreichen Mieter zusammen und improvisieren eine Quarantäne gegen den Briten. Ihre Idee ist einfach: Charles Cunningham Boycott von jeglichen wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen zur restlichen Bevölkerung abzuschneiden. Kein Verkauf von Waren an ihn, kein Gespräch, kein Näherkommen usw. Der „Boykott“, wie wir ihn heute kennen, war geboren. (Der Begriff stammt also vom Namen seines ersten Opfers).
Charles Stewart Parnell, protestantischer Anwalt und junger Abgeordneter aus Meath an der Spitze der Home Rule League, einer politischen Bewegung, die Agrarreformen forderte, förderte diese Kampfart. Dieses repressiven Mittel verbreitete sich bald in ganz Irland. So fanden sich Grundbesitzer, die Mieter vertrieben hatten, plötzlich ohne Dienstpersonal, ohne Postzustellung, mit Ladensperren usw. wieder.
Durch die Medien jener Zeit wurde sein Name zum Synonym für diese Art von Aktion und überdauerte Kontinente und Zeiten. Noch heute ist der Boykott eine weltweit eingesetzte Methode in vielen Ländern…