Für einen Tag kehren die Ufer der Boyne ins 17. Jahrhundert zurück. Musketiere, Artilleristen, Pikeniere, Barbierchirurgen und Soldaten in historischen Kostümen werden am Sonntag, den 13. September 2026, das Oldbridge Estate im County Meath bevölkern. Ein kostenloser Tag lebendiger Geschichte am Schauplatz einer der bekanntesten Schlachten der irischen Geschichte.
Die Schlacht am Boyne erwacht in Oldbridge wieder zum Leben
Mehr als drei Jahrhunderte nach der Auseinandersetzung, die die Geschichte Irlands tief geprägt hat, bereitet sich das Oldbridge Estate darauf vor, die militärische Atmosphäre des späten 17. Jahrhunderts wieder aufleben zu lassen. Am Sonntag, den 13. September 2026, von 11 bis 16 Uhr veranstaltet das Battle of the Boyne Visitor Centre einen besonderen „Living History“-Tag, der den Soldaten und Berufen im Umfeld der Armeen jener Zeit gewidmet ist.
Die Veranstaltung wird gemeinsam mit Laoch Living History organisiert. Dabei geht es nicht nur darum, Kostüme zu zeigen: Besucher können das Militärleben des 17. Jahrhunderts, die Waffen, Handgriffe und Menschen, die ein Heer auf Feldzug begleiteten, ganz unmittelbar kennenlernen.
Musketiere, Artilleristen und Pikeniere auf dem Programm
Heritage Ireland kündigt unter anderem Musketiere, Artilleristen, Pikeniere, Hellebardiere und Kanoniere an. Außerdem werden Barbierchirurgen, Schmiede, Marketender, Mönche und weitere Figuren zu sehen sein, die mit den europäischen Armeen des 17. Jahrhunderts verbunden waren.
Eine sehr anschauliche Möglichkeit, den Alltag eines Soldaten und die Organisation eines Heeres in einer Zeit zu verstehen, als Musketen, Piken und Artillerie noch nebeneinander eingesetzt wurden.
Eine Veranstaltung auf dem tatsächlichen Schlachtfeld
Das verleiht diesem Tag seine besondere Dimension: Er findet auf dem Oldbridge Estate nahe Drogheda statt, wo 1690 die Schlacht am Boyne ausgetragen wurde.
Das Battle of the Boyne Visitor Centre ordnet die Auseinandersetzung heute anhand von Gegenständen, originalen oder nachgebildeten Waffen, Kunstwerken und einem Modell des Schlachtfelds ein, das die Bewegungen der Armeen erläutert.
Was geschah in der Schlacht am Boyne?
In der Schlacht standen die Truppen von König Wilhelm III. denen von Jakob II. gegenüber. Die beiden Männer waren familiär verbunden: Wilhelm hatte Maria, die Tochter Jakobs II., geheiratet.
Der Konflikt reichte weit über Irland hinaus und war Teil der politischen, religiösen und dynastischen Machtverhältnisse im Europa des späten 17. Jahrhunderts. Der Sieg der Williamiten an den Ufern der Boyne sollte die Geschichte und das kollektive Gedächtnis Irlands dauerhaft prägen.
Führung über das Schlachtfeld um 14 Uhr
Der Tag beschränkt sich nicht auf die Living-History-Darbietungen. Um 14 Uhr führt der Historiker in historischem Kostüm Tóla Collier vom Eingang des Oldbridge House aus zu einem Spaziergang über das Schlachtfeld.
Die Führung behandelt Taktik, Strategie, die Geografie des Geländes und die an der Auseinandersetzung beteiligten Persönlichkeiten. Eine besonders interessante Möglichkeit, die heutige Landschaft zu lesen und die Bewegungen der Armeen wieder in ihrem tatsächlichen Umfeld zu verorten.
Kostenlose Veranstaltung am Sonntag, den 13. September
Die Veranstaltung Living History: Bringing the 17th Century to Life findet am Sonntag, den 13. September 2026, von 11 bis 16 Uhr im Battle of the Boyne Visitor Centre – Oldbridge Estate im County Meath statt. Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenlos.
Am selben Tag ist auf dem Gelände noch eine weitere Veranstaltung geplant: Das Drogheda Brass Band soll am Nachmittag auftreten.
Oldbridge liegt in der Nähe von Drogheda und Brú na Bóinne. Für Reisende, die an diesem Wochenende Newgrange und das Boyne Valley entdecken, bietet dieser Tag somit die Gelegenheit, das außergewöhnliche prähistorische Erbe der Region mit einer wesentlich jüngeren Episode der irischen Geschichte zu verbinden.
Oldbridge, eine geschichtsträchtige Landschaft
Auch außerhalb dieses besonderen Tages lässt sich das Anwesen zu Fuß erkunden. Wege führen durch das Schlachtfeld und das ehemalige Gut in der Nähe des Kanals, des Boyne Greenway und des Flusses.
Das Besucherzentrum ergänzt den Besuch, indem es die Ereignisse von 1690 in ihren Kontext einordnet. Mehr als drei Jahrhunderte nach der Auseinandersetzung bleibt Oldbridge damit einer der interessantesten Orte, um zu verstehen, warum die Schlacht am Boyne in der irischen Geschichte noch immer einen so besonderen Platz einnimmt.
