Irland steht wieder im Rampenlicht des internationalen Kinos. Bucking Fastard, der neue Spielfilm von Werner Herzog, wurde nach Dreharbeiten an mehreren irischen Schauplätzen bei der Mostra von Venedig vorgestellt. Dublin, Naas und Sligo dienten dieser Produktion mit Rooney Mara, Kate Mara, Orlando Bloom und dem irischen Schauspieler Domhnall Gleeson als Kulisse.
Ein neuer Film von Werner Herzog, gedreht in Irland
Von Dublin bis Sligo: mehrere irische Schauplätze auf der Leinwand
Bucking Fastard wurde am 3. September 2026 im Wettbewerb der 83. Mostra von Venedig präsentiert. Die 109-minütige irisch-amerikanische Koproduktion markiert Werner Herzogs Rückkehr zum Spielfilm und hat eine besonders enge Verbindung zu Irland: Ein wesentlicher Teil der Dreharbeiten fand dort 2025 statt.
In Dublin sind bereits zwei Drehorte bekannt: Capel Street, eine der lebhaftesten Straßen im Stadtzentrum, und das Gebiet um Pigeon House in den Docklands. Gedreht wurde außerdem in Naas im County Kildare. RTÉ hatte zum Ende der Dreharbeiten zudem berichtet, dass das Team auch in Sligo an der Westküste gearbeitet hatte.
Diese Wahl der Schauplätze verleiht dem Film eine irische Identität, die weit über den bloßen Produktionsrahmen hinausgeht. Der Kritiker der Irish Times hebt insbesondere die sehr präsente Rolle von Pigeon House und Capel Street im Spielfilm hervor.
Worum geht es in Bucking Fastard?
Zwei Schwestern, die sprechen und leben, als wären sie beinahe eine einzige Person
Rooney Mara und Kate Mara verkörpern Jean und Joan Holbrooke, zwei Schwestern, deren symbiotische Beziehung Konventionen sprengt. Sie sprechen im Gleichklang, teilen dieselben Träume und lieben denselben Mann: Gareth, gespielt von Orlando Bloom.
Das Drehbuch ist frei von der Geschichte von Freda und Greta Chaplin inspiriert, zwei britischen Zwillingen, die Anfang der 1980er-Jahre die Aufmerksamkeit der Presse auf sich zogen – unter anderem durch ihre verstörende Art, synchron zu sprechen und sich zu bewegen.
Werner Herzog verwandelt diesen realen Stoff jedoch in ein viel seltsameres, traumhaftes Werk. Die beiden Heldinnen beginnen unter anderem ein unwahrscheinliches Unterfangen: Sie graben sich durch Felsen, in der Hoffnung, ein imaginäres Gebiet zu erreichen, in dem wahre Liebe noch möglich wäre. Herzog setzt damit bewusst auf eine Erzählweise, die eher der Logik des Traums als traditionellem Realismus folgt.
Rooney und Kate Mara erstmals gemeinsam auf der Leinwand
Eine Darbietung, die auf ihrer tatsächlichen Verbundenheit beruht
Bucking Fastard weist noch eine weitere Besonderheit auf: Es ist der erste Film, in dem Rooney Mara und Kate Mara gemeinsam spielen. Ihre tatsächliche familiäre Verbindung wird dabei sogar zu einem der tragenden Elemente des Projekts.
Ein großer Teil ihrer Darbietung beruht auf ihrer Fähigkeit, ihre Dialoge gleichzeitig zu sprechen und ihre Bewegungen aufeinander abzustimmen. Die beiden Schauspielerinnen, die in Venedig waren, um den Film vorzustellen, erklärten, sie hätten für diese seltsame Beziehung auf der Leinwand aus ihrer realen Nähe geschöpft. Herzog hatte zunächst eine längere Probenzeit vorgesehen, bevor er feststellte, dass ihre Synchronität viel schneller funktionierte als erwartet.
Zur Besetzung gehören neben Orlando Bloom und Domhnall Gleeson auch die irischen Schauspieler Simon Delaney und Hugh O’Conor.
Capel Street und Pigeon House werden zu Filmkulissen
Zwei sehr unterschiedliche Seiten Dublins
Für Reisende bietet der Film einen zusätzlichen Reiz: Mehrere seiner Schauplätze lassen sich bei einem Aufenthalt in Dublin problemlos entdecken.
Capel Street führt nördlich der Liffey durch das Zentrum der Hauptstadt. Lange war sie bei den Dublinerinnen und Dublinern bekannter als bei Besucherinnen und Besuchern, doch in den vergangenen Jahren hat sie sich tiefgreifend verändert. Heute zählt sie mit ihren Restaurants, Geschäften und typisch dublinischen Fassaden zu den lebhaftesten Straßen der Stadt.
Das Gebiet um Pigeon House bietet eine völlig andere Atmosphäre. Es liegt im Hafengebiet von Poolbeg und gehört zu jener Industrielandschaft, die durch die berühmten Poolbeg-Schornsteine besonders wiedererkennbar geworden ist. Diese rauere Kulisse passt gut zu Werner Herzogs eigenwilliger Bildwelt.
Weiter im Westen zeigt das County Sligo noch eine andere, deutlich wildere Seite Irlands. Der Film verbindet damit Stadträume, Industrielandschaften und Naturkulissen in einer bewusst kontrastreichen irischen Geografie.
Irland bestätigt seine Bedeutung für das internationale Kino
Ein Dreh, der sich in eine lange Reihe internationaler Produktionen einfügt
Die Ankunft eines Regisseurs wie Werner Herzog fügt sich in einen mittlerweile fest etablierten Trend ein. Dank seiner Landschaften, Städte und seiner audiovisuellen Industrie ist Irland regelmäßig Schauplatz bedeutender internationaler Produktionen.
Bei Bucking Fastard ist diese Dimension besonders deutlich sichtbar: Die Biennale von Venedig führt den Film offiziell als Produktion Irland–USA, während der irische Produzent Kieran Corrigan zu den Machern des Projekts zählt.
Nach seiner Präsentation in Venedig dürfte der Film daher neue Aufmerksamkeit auf einige seiner Drehorte lenken. Ein Kinostart wurde jedoch noch nicht angekündigt. Mit vorzeitig kursierenden Terminen ist daher Vorsicht geboten: Stand 11. September 2026 ist kein offizieller Kinostart in Frankreich oder Irland bestätigt.
Bucking Fastard: Was bekannt ist
Die wichtigsten Informationen zum Film
- Titel: Bucking Fastard
- Regie und Drehbuch: Werner Herzog
- Mit: Kate Mara, Rooney Mara, Orlando Bloom und Domhnall Gleeson
- Länder: Irland und USA
- Laufzeit: 109 Minuten
- Bekannte irische Drehorte: Dublin, Naas und Sligo
- Identifizierte Drehorte in Dublin: Capel Street und Pigeon House
- Präsentation: Mostra von Venedig 2026, im Wettbewerb
- Kinostart: bislang nicht angekündigt
Von der Capel Street bis zu den Landschaften von Sligo: Irland ist Teil eines der eigenwilligsten Filme von Werner Herzog.
