Dublin feiert Phil Lynott: Eine Woche, um die Legende von Thin Lizzy neu zu entdecken
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Dublin feiert Phil Lynott: Eine Woche, um die Legende von Thin Lizzy neu zu entdecken

von Gwen LE COINTRE
Thin Lizzy - Harry Potts - cc

MusicTown 2026 verwandelt Dublin in eine lebendige Hommage an Phil Lynott – zwischen Rock, Erinnerung und Entdeckungen.

Vierzig Jahre nach dem Tod von Phil Lynott widmet Dublin ihm eine ganze Woche. Von Montag, 28. September, bis Sonntag, 4. Oktober 2026, würdigt das Festival MusicTown den Sänger, Bassisten und Songwriter von Thin Lizzy mit Konzerten, Gesprächen, einer Fotoausstellung und einer Dokumentarfilmvorführung. Eine Gelegenheit, die Stimme von „The Boys Are Back in Town“ wiederzuentdecken – und zugleich den Dichter, Komponisten und Dubliner hinter der Rocker-Silhouette kennenzulernen.

Diese Sonderausgabe von MusicTown wird vom Dublin City Council und Foggy Notions organisiert und bespielt mehrere Orte in der Hauptstadt, darunter die National Concert Hall, Studio 10 und das Irish Film Institute. Sie erinnert an den 40. Todestag von Philip Lynott, der 1986 starb. Das Programm will über das klassische Tribute-Konzert hinausgehen und verbindet Musik, Film, Fotografie, Literatur und Erinnerungen der Menschen, die ihn kannten.

Phil Lynott, weit mehr als der Sänger von Thin Lizzy

Für viele ist Phil Lynott untrennbar mit den Gitarren von Thin Lizzy, dem Erfolg von Jailbreak und Songs verbunden, die zu Rockklassikern wurden. MusicTown beleuchtet jedoch weitere Facetten des Künstlers: seine Soloalben, sein Schreiben, seine Freundschaften, seine Identität und seine Dubliner Wurzeln.

Lynott wuchs in Crumlin im Süden Dublins auf, in einem Irland, in dem er als junger Mann gemischter Herkunft auffiel. Seine persönliche Geschichte, seine Beziehung zur Stadt und sein Einfluss auf Künstlerinnen und Künstler späterer Generationen nehmen im Programm eine zentrale Rolle ein. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Porträt von Phil Lynott, das seinem Leben und seiner Karriere gewidmet ist.

Das MusicTown-Programm 2026: sieben Tage im Zeichen von Phil Lynott

28. September: Über Identität und Kreativität sprechen

Die Woche beginnt in der National Concert Hall mit Young, Gifted, Gorm & Gaelach. Die Autorinnen Emma Dabiri und Maureen Onwunali sprechen über Lynotts Werdegang, seinen Einfluss und die Erfahrung, schwarz und irisch zu sein. Die Veranstaltung ist für Montag, den 28. September, um 19 Uhr im Studio der National Concert Hall angekündigt.

29. September: Weggefährten erzählen von den Anfängen von „Philo“

Am Dienstag, 29. September, um 19 Uhr bringt A Vagabond of the Western World den Künstler Jim Fitzpatrick, der eng mit der Bildwelt von Thin Lizzy verbunden ist, und Eamon Carr, Gründungsmitglied von Horslips, zusammen. Gemeinsam mit dem Historiker Donal Fallon blicken sie auf ihre Freundschaft mit Lynott und dessen Aufstieg im Dublin der 1960er-Jahre zurück. Treffpunkt ist der Kevin Barry Recital Room in der National Concert Hall.

1. Oktober: Lynotts Songs im Konzert neu interpretiert

Am Donnerstag, 1. Oktober, um 19 Uhr präsentiert das zeitgenössische Musikensemble Glasshouse Old Town: The Songs of Philip Lynott auf der großen Bühne der National Concert Hall. Das Projekt interpretiert Titel aus seinen Soloalben Solo in Soho und The Philip Lynott Album sowie eine Auswahl aus dem Repertoire von Thin Lizzy neu. Zu den Gaststimmen gehören SexyTadhg, Iona Lynch von der Band The Cliffords und Paddy Hanna.

Statt die Originalversionen originalgetreu nachzuspielen, verspricht das Konzert eine andere Art, Lynotts Kompositionen zu hören – ein interessanter Blickwinkel für alle, die seine bekanntesten Stücke bereits kennen.

1. bis 4. Oktober: Eine Ausstellung zwischen Porträts und persönlichen Archiven

Im Studio 10 in der Wicklow Street versammelt die kostenlose Ausstellung Lost Love of Romeo ikonische Fotografien, intimere Aufnahmen, Erinnerungsstücke und Objekte, die mit dem Musiker verbunden sind. Zu sehen sind Beiträge von Jim Fitzpatrick, den Fotografen Chalkie Davies und Eric Luke sowie Bilder der Black Eagles, jener Band, in der Lynott vor Thin Lizzy spielte. Auch Vorführungen seltener Dokumente sind angekündigt.

2. Oktober: Unveröffentlichte Aufnahmen zum Anhören

Dies ist einer der ungewöhnlichsten Termine dieser Ausgabe. Am Freitag, 2. Oktober, um 19 Uhr bietet die Veranstaltung Look What the Wind Just Blew In – The Lost Recordings of Philip Lynott eine kommentierte Hörsession mit Tonaufnahmen, die das Publikum selten oder nie zuvor gehört hat.

Moderiert von Fachtna O’Ceallaigh und Pat Neary in der National Concert Hall, sollen unter anderem Heimaufnahmen zur Entstehung von Songs auf Jailbreak, bislang unveröffentlichte Studiostücke und Skizzen aus Lynotts Zusammenarbeit mit Junior Giscombe vorgestellt werden. Ein Einblick in die Werkstatt eines Songwriters, weit über die veröffentlichten Alben hinaus.

3. Oktober: Crumlin würdigt den Sohn des Viertels

Am Samstag, 3. Oktober, um 19 Uhr verlässt die Feier die großen Säle im Zentrum und zieht ins St Agnes’ Community Centre for Music & the Arts in Crumlin. Das Orchester und der Chor von St Agnes interpretieren gemeinsam mit unter anderem Yalah und Kellie O’Neill Lynotts Werk. Dieses Konzert verleiht der Würdigung eine lokale Dimension: Crumlin ist das Viertel, in dem der Musiker aufwuchs und seine erste Band, die Black Eagles, gründete.

4. Oktober: Phil Lynott auf der großen Leinwand

Die Woche endet am Sonntag, 4. Oktober, um 13.30 Uhr im Irish Film Institute mit der Vorführung der Dokumentation Phil Lynott: Songs for While I’m Away. Im Anschluss ist ein von Killian Sundermann moderiertes Gespräch mit der Regisseurin Emer Reynolds geplant. Der Film zeichnet Lynotts Weg anhand seiner Musik, seiner eigenen Worte und der Aussagen von Menschen aus seinem Umfeld nach.

Warum diese Würdigung für Dublin wichtig ist

MusicTown feiert nicht nur eine Diskografie: Das Festival erzählt auch von einer Stadt. Von den ersten musikalischen Erfahrungen in Crumlin bis zu den Konzertsälen im Zentrum führt Lynotts Weg durch verschiedene Gesichter Dublins. Seine Geschichte eröffnet zudem einen Blick auf die Vielfalt irischer Identität und die Rolle des Rock in der Populärkultur des Landes.

Für Besucherinnen und Besucher, die seinen Spuren auch außerhalb der Veranstaltungen folgen möchten, ist die Phil-Lynott-Statue in Dublin ein markanter Halt. Das Irish Rock ’N’ Roll Museum ermöglicht es, die Musikgeschichte der Hauptstadt weiter zu erkunden.

Praktische Informationen: Termine, Orte und Buchungen

  • Veranstaltung: MusicTown 2026 – A Celebration of Philip Lynott.
  • Termine: 28. September bis 4. Oktober 2026.
  • Ort: mehrere Adressen in Dublin, darunter die National Concert Hall, Studio 10, St Agnes in Crumlin und das Irish Film Institute.
  • Tickets: Einige Gespräche und die Ausstellung werden als kostenlos angekündigt; laut offiziellem Programm kostet das Glasshouse-Konzert 25 €. Für die Filmvorführung gibt es einen eigenen Ticketverkauf. Verfügbarkeit und Bedingungen sollten vor der Anreise überprüft werden.

Das Programm kann sich ändern: Aktuelle Ankündigungen und Buchungslinks finden Sie auf der offiziellen Website von MusicTown. Für Veranstaltungen in der National Concert Hall werden kostenlose Plätze nur nach Verfügbarkeit angeboten.

Quellen: MusicTown, offizielles Programm 2026; Dublin.ie, Vorstellung der Veranstaltung. Informationen überprüft am 22. September 2026.

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