The Renegade
Kultur

The Renegade

Irische Filme Die Große Irische Hungersnot

Ein Film, der daran erinnert, was während der Großen Hungersnot in Irland wirklich geschah...

The Renegade (oder Black 47) ist der Titel eines irisch-luxemburgischen Films aus dem Jahr 2018. Regie führte Lance Daly. Die Handlung spielt während der Großen Hungersnot in Irland, genauer gesagt im Jahr 1847, einem der härtesten Jahre dieser Zeit. Der Film wird als eine Art Ventil präsentiert, in dem ein Ire, der aus dem Krieg an der Seite der Engländer zurückkehrt, die schreckliche Lage in Irland erkennt. Schnell beschließt er, Rache zu nehmen… und bringt damit die höchsten englischen Würdenträger ins Wanken…

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Die Handlung

The Renegade

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Wir befinden uns im Connemara in Irland, im Winter 1847. Die Hungersnot erfasst ganz Irland, und die Briten scheinen die Situation auszunutzen, um die Armen zu enteignen und die wenigen verfügbaren Lebensmittel nach England zu exportieren.

Der Ranger Martin Feeney ist ein Deserteur, der nach vielen Jahren, in denen er für die englische Armee in aller Welt gekämpft hat, nach Irland zurückkehrt. Er kehrt ins Connemara zurück, um seine Familie zu finden und sie nach Amerika zu bringen.

Doch die Realität ist erschütternd: Er entdeckt ein verwüstetes Irland, das in entsetzlicher Armut und Elend versinkt. Krankheit und Hunger sind allgegenwärtig. Martin erfährt vom Tod seiner Mutter, der ein Jahr zuvor geschah: Sie hatte die von den Engländern angebotene Suppe abgelehnt.

Er erfährt auch vom Tod seines Bruders, der erhängt wurde, weil er Nahrung für seine Familie gestohlen hatte.

Schließlich trifft er einige Familienmitglieder wieder: eine Frau und ihre Kinder, die er mitnehmen will… Doch er muss hilflos mit ansehen, wie sie enteignet werden und sterben.

Für Martin Feeney ist das zu viel: Als erfahrener Soldat beschließt er, die Waffen zu ergreifen und seine Familie zu rächen. Richter, Gouverneur der Region – alle werden vor der kühlen und gnadenlosen Gewalt des Iren erzittern…

Trailer ansehen

https://www.youtube.com/watch?v=qdOcS0rCasc

Unsere Meinung

Ein Ventil-Film, der die grausamen Taten der Briten während der Großen Hungersnot in Irland anprangert

Die Handlung mag auf den ersten Blick etwas simpel oder gar klischeehaft wirken… Sie erinnert an diese typischen amerikanischen Filme, in denen ein Mann seine Angehörigen verliert und Selbstjustiz übt… Und meist folgt ein Blutbad.

Der Blickwinkel ist bei The Renegade jedoch etwas anders: Regisseur Lance Daly verortet seinen Film in einem historischen Kontext. Er zeigt ein sterbendes Irland, verwüstet durch die Kraut- und Knollenfäule, die die Kartoffel ungenießbar machte. Er zeigt Szenen großer Grausamkeit: Schnell wird klar, dass die Briten offenbar „tatenlos zugesehen“ haben, die Iren verhungern ließen, als wäre es eine kalkulierte Handlung.

Um dies zu unterstreichen, stellt der Film die Briten als arrogante Menschen dar, die von ihrer Überlegenheit überzeugt sind… und vor allem von der vermeintlichen Minderwertigkeit der Iren. Die irische Bevölkerung wird entmenschlicht: Hunger, Krankheit und Elend scheinen keine Rolle zu spielen. Die Briten nutzen diese Schwächen kalt aus, um immer mehr zu enteignen und ihren Einfluss auszubauen. Schlimmer noch: Um sicherzugehen, dass die Iren nicht in ihren Häusern bleiben können, zerstören sie absichtlich deren Dächer, setzen sie so der Kälte eines schneereichen und harten Winters aus, was unweigerlich zum Tod führt.

Doch der Film ist nicht so schwarz-weiß, wie man denkt: Er zeigt auch Iren, die sich entschieden haben, mit den Briten zusammenzuarbeiten. Entscheidungen, die aus unterschiedlichen Gründen getroffen wurden, sei es aus Überlebensnotwendigkeit oder aus Überzeugung für die vom herrschenden Regime propagierten Werte.

Man sieht auch einen Briten, der von dem Elend der Iren entsetzt ist und sich auf ihre Seite stellt… Leider wird dieser später von den Engländern wegen seines Engagements erschossen.

Diese Szenen machen die Situation komplexer und zeigen, dass die Briten nicht die einzigen sind, die eine negative Rolle spielen.

Wie dem auch sei: The Renegade ist ein guter Film, der auf Empathie und Empörung setzt. Man ärgert sich über die Ausnutzung der Situation durch die Briten. Die grausamen Szenen folgen sich, bis sie die Racheakte von Martin Feeney nachvollziehbar machen. Die Morde (eher zurückhaltend und ohne übermäßige Blutvergießerei dargestellt) werden für die Hauptfigur zu einem Ventil.

Dennoch bleibt man etwas enttäuscht, da Martin Feeney psychologisch wenig ausgearbeitet ist. Sehr schweigsam wirkt dieser Held wie eine unbarmherzige und kalte Tötungsmaschine. Etwas mehr Tiefe wäre wünschenswert gewesen.

Nichtsdestotrotz ist The Renegade ein guter Film, von vielen als „irischer Django Unchained“ bezeichnet, der Ihnen mehr über die schreckliche Zeit der irischen Hungersnot vermittelt. Man erschrickt vor dem Grauen jeder Szene. Ideal, um Ihr Wissen über die Geschichte zu vertiefen und dabei Fiktion und Ventil zu verbinden.