Es ist ein Coup, der fast einer britischen Komödie entsprungen sein könnte: Fast 900 Fässer Guinness sind verschwunden, nachdem zwei Anhänger aus einem Depot in Runcorn in der englischen Grafschaft Cheshire gestohlen worden waren. Die auf 115.000 Pfund Sterling geschätzte Ladung entspricht mehr als 70.000 Pints des berühmten irischen Stouts.
Am 8. September 2026 nahm der Fall eine neue Wendung. Die Polizei von Cheshire veröffentlichte Aufnahmen von zwei Männern, die sie identifizieren möchte. Die beiden Anhänger wurden inzwischen zwar wiedergefunden, das Guinness bleibt jedoch verschwunden.
Fast 900 Guinness-Fässer verschwinden innerhalb weniger Stunden
Zwei Lastwagen holten die Anhänger ab
Die Tat ereignete sich am 31. August 2026. Nach Angaben der Cheshire Constabulary fuhr gegen 19.45 Uhr ein erster Lastwagen in ein Gewerbegebiet an der Aston Lane in Runcorn. Er koppelte einen mit Guinness-Fässern beladenen Anhänger an und fuhr rund zehn Minuten später in Richtung Mersey Gateway davon.
Etwas mehr als eine Stunde später, gegen 21.12 Uhr, traf ein zweiter Lastwagen am selben Ort ein. Gegen 21.30 Uhr fuhr er mit einem weiteren Anhänger voller Guinness in Richtung Rainhill und Watkinson Way davon.
Insgesamt spricht die Polizei inzwischen von rund 880 Fässern. Ihr Wert wird auf etwa 115.000 Pfund geschätzt, was zum Zeitpunkt des Zeugenaufrufs rund 133.000 Euro entsprach. Ausgeschenkt in Pubs entspricht diese Menge mehr als 70.000 Pints Guinness.
Die Anhänger wurden gefunden, das Guinness jedoch nicht
Die Polizei sucht weiter nach der Ladung
Im Zuge der Ermittlungen konnten die beiden Anhänger rund 50 Kilometer vom Tatort entfernt im Gebiet von Skelmersdale in Lancashire aufgefunden werden.
Der erste soll in den frühen Stunden des 1. September im Bereich der Hall Lane abgestellt worden sein. Der zweite wurde am 2. September im Bereich der Gillibrands Road abgestellt. Doch ihre wertvolle Ladung war zu diesem Zeitpunkt bereits verschwunden: Die Hunderte Guinness-Fässer sind weiterhin nicht aufgetaucht.
Bis zum 8. September war keine Festnahme bekannt gegeben worden. Die Ermittler versuchen unter anderem herauszufinden, wo eine derart große Menge Stout gelagert worden sein könnte und ob ein Teil der Fässer für den Schwarzmarkt bestimmt ist.
Die Polizei veröffentlicht Bilder von zwei Männern
Neuer Zeugenaufruf am 8. September
Eine Woche nach der Tat veröffentlichte die Cheshire Constabulary Videoaufnahmen, die die beiden an dem Coup beteiligten Lastwagen sowie zwei Männer zeigen, die die Ermittler identifizieren möchten.
Die Polizei geht davon aus, dass sie entscheidende Informationen über den Diebstahl haben könnten. Zudem bittet sie Unternehmen und Privatpersonen um Wachsamkeit, falls ihnen plötzlich Guinness-Fässer in großen Mengen zum Kauf angeboten werden.
Darüber hinaus suchen die Ermittler einen Fahrschüler und seinen Fahrlehrer, die in einem silbernen oder weißen Renault Captur unterwegs waren, als einer der Anhänger mutmaßlich abgestellt wurde. Sie könnten einen Teil des Geschehens beobachtet haben, ohne dessen Bedeutung in diesem Moment zu erkennen.
Ein spektakulärer Coup rund um Irlands berühmtestes Stout
Mehr als 70.000 Pints verschwinden spurlos
Das gestohlene Guinness war zwar nicht aus einem Pub in Dublin verschwunden: Der Coup ereignete sich in England. Doch das Ausmaß des Diebstahls verschaffte dem Fall rasch auch in den irischen Medien Aufmerksamkeit.
Unter anderem berichteten RTÉ und The Irish Times über dieses ungewöhnliche Verschwinden. Nicht ohne Grund: Guinness gehört zu den weltweit unmittelbarsten wiedererkennbaren irischen Marken und ist eng mit Dublin sowie der historischen Brauerei St James’s Gate verbunden.
Die Polizei von Cheshire scheint jedenfalls nicht gewillt, die rund 880 Fässer einfach verschwinden zu lassen. Nachdem die Anhänger gefunden und die Videoaufnahmen veröffentlicht wurden, konzentrieren sich die Ermittlungen nun auf die Identifizierung der beteiligten Personen und vor allem auf den Verbleib einer Ladung, die groß genug ist, um eine beträchtliche Zahl von Pubs zu versorgen.
Bei mehr als 70.000 Pints dürfte es ohnehin schwer sein, all dieses Guinness unauffällig verschwinden zu lassen.
